​Die Euphorie, die die Winterneuzugänge Mkhitaryan und Aubameyang beim FC Arsenal ausgelöst hatten, ist spätestens nach dem zweiten 0:3 gegen Manchester City verflogen. Das Saisonziel Königsklasse ist über die Liga kaum noch zu schaffen. Trainer Arsene Wenger hat nun versucht, mit einer langen Kabinenpredigt die Trendwende herbeizuführen. 


Zu den Verpflichtungen eines Premier-League-Trainers gehört es, nach Spielende zeitnah zur Presse zu sprechen. Am Donnerstagabend mussten die versammelten Journalisten ungewöhnlich lange auf Arsene Wenger warten, der 68-Jährige erschien erst 40 Minuten nach Abpfiff im Medienraum des Emirate Stadiums. Nach der zweiten 0:3-Demütigung in Folge redete der Franzose in der Kabine lange auf seine Spieler ein und packte sie an der Ehre. In den verbleibenden Spielen, so Wenger, müssten diese zeigen, dass sie das Zeug für einen Verein wie Arsenal hätten.


Ob das auf Wenger selbst zutrifft, wird in England immer lauter und deutlicher angezweifelt. Selbst der frühere Vorstandsvorsitzende Peter Hill-Wood, der den Franzosen einst nach London holte, hat ihm nun laut Telegraph den Rücktritt nahegelegt. Wenger habe außerordentlich gute Arbeit geleistet, doch er sei schon zu lange bei Arsenal und habe sich in den letzten Jahren sein eigenes Denkmal zerstört. Der Klub solle sich im Sommer also einen neuen Trainer suchen. 


Selbst wenn Arsenal die Europa League gewinnen und sich dadurch für die Königsklasse qualifizieren sollte, dürfte die Luft für Wenger sehr dünn werden. Dass ihm der Verein die Chance gegeben hat, die Scharte der verpassten CL-Qualifiaktion auszuwetzen, ist aller Ehren wert. Doch irgendwann wird zwangsläufig der Schluss folgen, dass die früheren Verdienste des Franzosen keinen Einfluss auf das Hier und Jetzt haben. 

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