Das ging viel zu leicht! Nachdem Borussia Mönchengladbach am Freitagabend mit einer 2:0-Führung in die Pause ging, ließ man sich noch die Butter vom Brot nehmen und teilte sich letzten Endes die Punkte mit Werder Bremen. Ausschlaggebend für den schwachen Auftritt im zweiten Spielabschnitt scheint rückblickend die Auflösung der Doppelsechs gewesen zu sein – zu allem Überfluss bangen die Fohlen nun auch noch um Christoph Kramer.


„Wir haben sehr gut in die Partie hereingefunden, haben früh das 1:0 gemacht und vor der Pause sogar noch das zweite Tor nachgelegt. Eigentlich hatten wir alles in der eigenen Hand“, resümiert Gladbachs Kapitän Lars Stindl das Duell mit Werder und ergänzt: „Die Auswechslungen von Denis Zakaria und Christoph Kramer in der zweiten Halbzeit haben uns dann wehgetan.“

Borussia Moenchengladbach v SV Werder Bremen - Bundesliga

Das Spiel mit dem Feuer: Denis Zakaria war nach seiner gelben Karte akut Gelb-Rot gefährdet und musste zur Pause runter


Die Auflösung der stabilen Doppelsechs brach der Borussia letztlich das Genick und bekräftigte einen schwachen Auftritt im zweiten Spielabschnitt. Nachdem Zakaria die Fohlenelf in der fünften Minute mit 1:0 in Front brachte und auch am zweiten Gladbacher Treffer (Eigentor) entscheidend beteiligt war, musste er nach der Halbzeit in der Kabine bleiben, da er akut Gelb-Rot gefährdet war – Mickael Cuisance übernahm für den Schweizer.


Johannsson bestraft passive Fohlen


Um die 72. Minute - Bremen verkürze bereits auf 2:1 (59.) - ging es dann auch nicht mehr für den stark aufgelegten Christoph Kramer weiter. Der 27-Jährige verletzte sich am Schienbein, eine genaue Diagnose steht derweil noch aus. Mit der Auswechslung des Mittelfeldmotors (Tony Jantschke kam für ihn in die Partie) war es dann sechs Minuten später tatsächlich geschehen: Einen Angriff durch das Gladbacher Zentrum (!) vollstreckte Bremens Johannsson zum 2:2-Ausgleich. „Beim zweiten Gegentor haben wir vielleicht vorne etwas zu früh gepresst, dadurch fehlten uns Spieler im Zentrum, so dass wir dort zu wenig griffig waren“, suchte Lars Stindl nach einer Erklärung.

„Wir mussten im Zentrum umstellen, dadurch ist uns ein wenig die Struktur verloren gegangen. In den entscheidenden Situationen standen wir etwas zu weit weg, und Bremen hat dann auch die Offensivqualität, das auszunutzen“, so der VfL-Kapitän, der den Blick trotz dieses Nackenschlags nach vorne richtet. „Nach dem heutigen Spielverlauf überwiegt erst einmal die Enttäuschung, aber in den kommenden Tagen werden wir uns auf die nächste Aufgabe in Leverkusen konzentrieren.“