Der FC Arsenal steckt in der Dauerkrise. Für Medien und Anhänger ist der Abschied von Arsene Wenger nach 22 Jahren längst überfällig. Als Nachfolger wird Thierry Henry gehandelt. Arsenals Rekordtorjäger scheint nicht abgeneigt zu sein. Für Barcelonas ehemaligen Präsidenten Joan Laporta wäre er der optimale Kandidat. Laporta vergleicht den 40-jährigen Franzosen mit Pep Guardiola in dessen Anfangszeit als Barça-Coach.


Thierry Henry ist eine Legende beim FC Arsenal. Zwischen 1999 und 2007 und zum Ende seiner Karriere bei einem kurzen Leih-Intermezzo Anfang 2012 erzielte der Rekordtorschütze der Gunners in 371 Pflichtspielen 227 Tore. Anfang des Jahrtausends war der mittlerweile 40-Jährige der Star in einem Arsenal-Team, das zur absoluten Spitze in der Premier League gehörte. 2002 und 2004 holte der Welt- und Europameister unter Arsene Wenger jeweils den Ligatitel und scheiterte 2006 erst im Champions-League-Finale an seinem späteren Arbeitgeber FC Barcelona.

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Henry (l.) spielte unter Arsene Wenger acht Jahre bei den Gunners und wurde bei den Londonern zur Vereinslegende.


Von einem Endspiel in der Königsklasse ist der FC Arsenal derzeit meilenweit entfernt. Die Gunners drohen zum zweiten Mal in Folge die Champions League zu verpassen. Zehn Punkte Rückstand sind es bereits auf den viertplatzierten Erzrivalen Tottenham Hotspur. ​Der "ewige Wenger" steht deshalb bei Fans und Medien heftig in der Kritik. Nicht zuletzt nach der herben ​0:3-Pleite im Ligapokal-Finale gegen Manchester City - als das Team des 68-Jährigen eine Lehrstunde erhielt.


Henry für Ex-Barça-Präsident Laporta der perfekte Wenger-Nachfolger


Ausgerechnet Henry könnte nun der Nachfolger seines einstigen Lehrmeisters werden. "Es wäre ein Traum für mich. Wer wäre nicht an dem Job interessiert", antwortete er gegenüber Sky UK auf die Frage, ob er sich den Trainerposten bei seinem Ex-Klub vorstellen könnte. "Aber ich kann darüber nicht sprechen, aus Respekt vor dem aktuellen Trainer und meinem aktuellen Job für Belgien", so Henry weiter. Der einstige Weltklasse-Stürmer ist seit August 2016 als Co-Trainer der belgischen Nationalmannschaft unter Roberto Martinez tätig. 


Dennoch: Ein Dementi klingt anders. Henry würde wohl als Wenger-Nachfolger zur Verfügung stehen. Für Barcelonas ehemaligen Präsidenten Joan Laporta wäre Henry genau der richtige Mann. Er sehe viele Ähnlichkeiten zu Pep Guardiola in seiner Anfangszeit als Trainer, befand der 55-Jährige, der zwischen 2003 und 2010 Barça-Präsident war. "Thierry besitzt viele Eigenschaften, die wir auch in Pep Guardiola sahen, als wir ihn zum Chefcoach unserer ersten Mannschaft gemacht haben", sagte Laporta im Gespräch mit der britischen Zeitung ​Telegraph.

"Sollte er Arsenal übernehmen wollen, dann weil er davon überzeugt ist, gute Arbeit leisten zu können. Er strebt immer nach dem Höchsten - genauso wie er es als Spieler gemacht hat", meinte Laporta weiter, der Henry im Sommer 2006 für 24 Millionen Euro Ablöse nach Barcelona lockte. "Er kennt den Fußball als einer der besten Spieler der Welt. Wie Guardiola und Johan Cruyff. Solche Größen brauchen keine große Anlaufzeit, um ein großer Trainer zu werden", so der 55-Jährige. 


Neben seiner Erfahrung als Spieler und den Lehrjahren unter Guardiola und Wenger spreche für Henry außerdem, dass er den Verein und die Anhänger gut kenne. "Ich glaube, er könnte ein hervorragender Trainer sein. Für ihn, mit seiner Renommee, ist es keine Option zu scheitern", schwärmte Laporta.