Nachlegen heißt die Devise in Bremen. Am Freitag in Gladbach will Werder den Schwung aus dem gewonnenen Nordderby mitnehmen und auch im Borussia-Park "etwas holen". Gegen die Fohlen erwartet Werder-Coach Florian Kohfeldt eine ganz andere Partie als zuvor gegen den HSV und Freiburg. Der Tabellensiebte werde sich "nicht so sehr nach uns richten", glaubt er. Davon profitieren könnte Max Kruse.


Werder Bremen will nach dem siegreichen Nordderby nachlegen. Am Freitag hat das Team von Florian Kohfeldt die Chance, mit einem guten Ergebnis in Gladbach die Konkurrenten aus Mainz und Wolfsburg unter Druck zu setzen. Der Werder-Coach erwartet dabei im Borussia-Park (20.30 Uhr) eine komplett andere Partie als zuletzt gegen den HSV und beim SC Freiburg. "Ich erwarte von Gladbach, dass sie das Spiel bestimmen wollen. Sie werden sich nicht so sehr nach uns richten wie die beiden Gegner zuvor", meinte er auf der Pressekonferenz am Mittwoch.

Die Fohlen hätten mit dem Ex-Bremer Yannick Vestergaard und Nationalspieler Matthias Ginter zwei Innenverteidiger, "die immer wieder versuchen das Spiel von hinten zu eröffnen". Im vorderen Bereich lauern "spielstarke Spieler", wie Lars Stindl und Thorgan Hazard.

Auch deshalb wird Kohfeldt wohl die siegreiche Startelf aus dem Nordderby ins Rennen schicken. Max Kruse würde gegen seinen Ex-Klub dann erneut als Mittelstürmer auflaufen. Der Werder-Trainer hatte nach dem HSV-Spiel ​öffentlich darüber nachgedacht, die Rolle von Kruse verändern zu wollen, da sich die Gegner immer stärker auf das Werder-Spiel einstellen würden. Das käme aber eher für die Partien nach dem Gladbach-Spiel infrage, so der 35-Jährige. Denn: "Wenn die Gladbacher ihr Konzept durchbringen wollen wie gewohnt, können sie sich gar nicht so sehr auf Max einstellen."


Für den Stürmer würden sich so automatisch mehr Freiräume ergeben, die Werder vor allem im Konterspiel nutzen möchte. "Konter ist ein Element, dass für uns in diesem Spiel nicht zu unterschätzen ist", glaubte Kohfeldt. Insgesamt brauche sein Team eine hohe Sicherheit im Passspiel, da er ein frühes Pressing der Gladbacher erwarte. "Wir müssen unsere Abläufe sehr, sehr präzise durchbringen", forderte er.

Kapitän Zlatko Junuzovic war bei der Pressekonferenz ebenfalls anwesend. Der Österreicher hofft, das Selbstvertrauen aus dem Sieg gegen den HSV und den guten Leistungen zuvor mit ins Spiel gegen den Tabellensiebten nehmen zu können. "Wir fahren am Freitag mit breiter Brust nach Gladbach und wollen dort etwas holen", so der 30-Jährige. Über die Unterstützung der Werder-Fans kann er dabei zählen. Rund 3.500 grün-weiße Anhänger werden ihr Team an den Niederrhein begleiten. "Unsere Fans machen Auswärtsspiele hier und da mal zu Heimspielen. Die Fans sind immer für uns da und pushen uns. Wir versuchen es auf dem Platz zurück zu zahlen", zeigte sich Junuzovic begeistert.

Einen Tipp hatte er bei den aktuellen eisigen Temperaturen auch gleich parat: "Für die Zuschauer und Fans hoffe ich, dass sie sich gut kleiden. Am Abend ist es doch ein bisschen kälter. Aber wir Spieler sind irgendwann warm und merken das gar nicht."


Ein Thema könnte allerdings die Platzverhältnisse werden. Beim letzten Heimspiel der Gladbacher gegen den BVB hatte das Geläuf den Namen Rasen kaum verdient. Vor der Partie am Freitagabend wurde das Spielfeld im Borussia-Park jedoch komplett erneuert.