Die TSG Hoffenheim ist im grauen Mittelfeld der Tabelle verschwunden. Nur ein Sieg gelang dem Vorjahres-Vierten in den letzten acht Spielen. Die Kraichgauer hängen den eigenen ambitionierten Ansprüchen hinterher. Coach Julian Nagelsmann warnte nun vor dem kommenden Gegner aus Augsburg und sprach seinem Kapitän Kevin Vogt Mut zu.


"Ich spreche viel mit Kevin, er ist immer ein Ansprechpartner für mich, nicht nur in dieser Phase, er braucht auch keine Intensivbetreuung, damit er da wieder rauskommt", betonte Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den FC Augsburg. Kapitän Vogt war an der Niederlage gegen Schalke, als auch am Punktverlust gegen den SC Freiburg durch individuelle Fehler maßgeblich beteiligt. Dennoch baut der junge Trainer auf seinen Innenverteidiger: "Er ist ein Spieler, der viel Risiko geht in seiner Spieleröffnung und uns so schon viele Punkte gebracht hat. Jeder Mensch, der viel Risiko geht, wird irgendwann mal auf die Nase fallen und einen Fehler machen. Das gehört dazu und ist absolut menschlich. Keiner ist fehlerlos. Er hat uns aber mehr Punkte gebracht als gekostet."


Vogt stand in 22 Ligaspielen auf dem Platz und fehlte lediglich in zwei Partien. Nun wartet mit dem FC Augsburg ein Gegner, der durchaus als Überraschungsteam der Saison bezeichnet werden kann: "Ich muss ein großes Kompliment an Manuel Baum und sein Team aussprechen. Mit dieser Leistung und Stabilität haben in Fußball-Deutschland wohl wenige gerechnet", erklärte Nagelsmann. "Ich erwarte am Samstag ein sehr körperliches Spiel. Augsburg verteidigt sehr aggressiv und je nach Gegner auf völlig unterschiedlichen Höhen."



Auch die TSG überraschte in dieser Saison - allerdings negativ. Nach 24 Spielen steht man lediglich auf Tabellenplatz 9. Im Jahr 2018 wurde erst ein Sieg eingefahren. Keine einfache Situation für den 30-Jährigen: "Wir sind mit dem Saisonverlauf alle nicht ganz zufrieden. Deshalb muss ich immer wieder auch kritisch sein. Das gehört zu meinem Job. Ich kann die Dinge, die nicht gut laufen, in meiner Position nicht einfach nur weglächeln. Es ist aber hier bei weitem nicht alles schlecht – deshalb müssen wir nicht alles über den Haufen werfen. Es geht um Nuancen. Unser Weg war schon einmal sehr erfolgreich, deshalb gehe ich davon aus, das er nicht so falsch sein kann."


Mit einem Sieg gegen die Fuggerstädter könnten die Kraichgauer wieder in die Nähe der internationalen Plätze stoßen. Doch das Spiel in Augsburg wird alles andere als einfach. Im Hinspiel teilten beide Mannschaften brüderlich die Punkte. 2:2 hieß es am Ende. Ein Ergebnis, das aktuell eher den Gastgebern in die Karten spielen dürfte.