​Im letzten Sommer schickte sich der AC Mailand an, eines der spannendsten Projekte Europas zu starten. Die Besitzer nahmen sehr viel Geld in die Hand, um den Verein zurück zu alter Stärke zu führen. Nach mehr als durchwachsenem Beginn scheinen die Maßnahmen endlich Früchte zu tragen.


Die erste Saisonhälfte kann man aus Milan-Sicht mit nur einem Wort beschreiben: Ernüchternd. Dabei schienen die 'Rossoneri' auf einem guten Weg: 2016/17 konnte man sich nach drei Jahren Pause wieder für den Europapokal qualifizieren, die Sommertransfers (allen voran Leonardo Bonucci) befeuerten die Euphorie weiter.


Nur wenige Wochen später folgte dann aber die angesprochene Ernüchterung. Das neu zusammengestellte Team wollte so gar nicht funktionieren, zudem gab es immer wieder Unruhe um Supertalent Gianluigi Donnarumma. Nach 14 Spielen, in denen nur 20 Punkte geholt wurden, wurde dann Coach Vincenzo Montella entlassen und durch Gennaro Gattuso ersetzt.


Dieser Trainerwechsel, der zunächst wirkungslos zu verpuffen schien - gegen die Kellerkinder Benevento und Hellas holte man beispielsweise nur einen Punkt -, hat nun endlich zu einem Wandel geführt. Seit Anfang Februar hat Milan kein Gegentor mehr kassiert und jedes Spiel gewonnen (wenn auch im Pokal gegen Lazio erst nach Elfmeterschießen).

Von einem Europa-League-Platz trennt den AC nur noch das Torverhältnis, bei sieben Punkten Rückstand ist selbst die Champions League keine völlige Utopie - natürlich unter der Voraussetzung, dass Gattusos Team seine derzeitige Form halten kann. Bis der Name 'AC Mailand' wieder den Glanz vergangener Tage versprüht, ist es selbstverständlich noch ein weiter Weg, doch immerhin sieht es mittlerweile danach aus, dass diese Mannschaft ihn gehen kann.