Bereits zehn Spieltage vor Saisonschluss greift der Hamburger SV in dieser Woche nach dem letzten Strohhalm im Abstiegskampf. Ein Kurztrainingslager soll die Mannschaft auf das Krisenduell mit Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr) vorbereiten. Die letzte Patrone von Trainer Bernd Hollerbach, der wie seine Vorgesetzten spätestens nach dieser Saison nicht mehr für den HSV tätig sein wird.


Der neue Vereinspräsident Bernd Hoffmann hatte nach seiner Wahl angekündigt, jeden Stein umdrehen zu wollen. Am Dienstag tagte der Aufsichtsrat zum ersten Mal unter der neuen Führung. Egal ob Abstieg in die 2. Bundesliga oder Klassenerhalt: den Neuaufbau wird es unter der aktuell tätigen sportlichen Führung nicht geben.


Die Köpfe rollen am Volkspark. Laut einer Meldung des kicker wird Jens Todt den Kaderumbau nicht verantworten. Zudem liegen alle Gespräche mit Spielern, deren Verträge nach der Saison auslaufen, auf Eis. Im Aufsichtsrat werde keiner dieser Spieler als unverzichtbar eingestuft, heißt es. Erst unter dem neuen Sportvorstand sollen Entscheidungen getroffen werden.

Hamburger SV Training Session

Bernd Hollerbach (l.) und Jens Todt spätestens nach der Saison entlassen



Das Sportmagazin bringt Ralf Becker vom Zweitliga-Überflieger Holstein Kiel ins Spiel. Der 47-Jährige steht bei den Störchen noch bis 2019 unter Vertrag. Zuvor war er Chefscout des VfB Stuttgart sowie Trainer des SSV Ulm. Die Kieler postieren sich aktuell als sensationeller Dritter im Unterhaus. Wie die Bild schreibt, hat der HSV zudem Horst Heldt ins Visier genommen. Der 48-Jährige steht noch bis 2020 bei Hannover 96 unter Vertrag ​und soll demnächst eine Beförderung erhalten. Auch der VfL Wolfsburg gilt als interessiert.


Keinen entscheidenden Einfluss auf die Sportvorstand-Frage wird Vereinsvorsitzender Heribert Bruchhagen mehr nehmen, der laut kicker spätestens im Sommer von seinen Aufgaben entbunden wird. Auch Bernd Hollerbach, der eine Mannschaft übernommen hat, die bereits Auflösungserscheinungen zeigt, wird am Neuaufbau nicht beteiligt sein. Laut dem Hamburger Abendblatt soll sogar darüber diskutiert worden sein, ob eine sofortige Trennung Sinn ergeben würde. Fünf Spiele ohne Sieg und nur zwei Punkte lassen berechtigterweise Fragen aufkommen.