Die von der DFL angesetzten Montagsspiele, von denen in der laufenden Rückrunde bereits zwei absolviert wurden, sorgen weiterhin für Kritik bei den Fanlagern der betroffenen Vereine. Nach den Protesten verschiedener Fangruppierungen von Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund kündigte nun auch der "Südkurve 1. FC Köln e.V." einen Boykott für die für den zwölften März angesetzte Partie zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln an.

Am 23. Spieltag war es soweit: Aufgrund der hohen Belastungen der beiden Europa-League-Teilnehmer RB Leipzig und Borussia Dortmund wurde die Auswärtspartie der Leipziger bei Eintracht Frankfurt am Montag, dem 19. Februar angesetzt. Neben dem sportlichen Erfolg der Eintracht, die das Duell gegen die Sachsen mit 2:1 für sich entscheiden konnte, standen vor allem die Proteste der Frankfurter Fans im Vordergrund, die durch das Aufhängen zahlreicher Banner sowie durch auf das Spielfeld geworfene Tennisbälle ihren Unmut gegenüber die weitere Zerstückelung der Spieltage durch die DFL äußerten.

Nur eine Woche später kam es zum zweiten Montagsspiel, diesmal zwischen Borussia Dortmund und dem FC Augsburg. Bereits im ​Januar kündigte das Bündnis Südtribüne einen Boykott für die Partie an, der Wirkung zeigen sollte: Der normalerweise ausverkaufte Signal Iduna Park, in dem rund 81.000 Zuschauer in den Spielen der Bundesliga Platz finden, blieb mit rund 54.300 erschienenen Fans vergleichsweise leer. Allen voran die berüchtigte 'Gelbe Wand' wies ungewohnte Lücken auf, was erneut ein mehr als deutliches Signal in Richtung der 'Deutschen Fußball Liga' darstellte.

Borussia Dortmund v FC Augsburg - Bundesliga

    Im Spiel gegen den FC Augsburg blieb die Südkurve vergleichsweise leer - ein mehr                                   als ungewohntes Bild für die Spieler auf dem Platz


Die dritte der insgesamt fünf Begegnungen steigt am übernächsten Spieltag, wenn der SV Werder Bremen auf den 1. FC Köln trifft. Für die Bremer ist es bereits der zweite Abstiegsgipfel, der an diesem ungewöhnlichen Termin ausgetragen wird: Am 2. Mai 2016 kam es zur Begegnung mit dem späteren Absteiger VfB Stuttgart, den man im heimischen Weserstadion mit 6:2 bezwang, wodurch man sich auf den 15. Tabellenplatz beförderte und den Endspurt in Richtung Klassenerhalt startete.

Aufgrund der aktuellen Tabellensituation verspricht auch das kommende Montagsspiel, das erneut in Bremen ausgetragen wird, eine gewisse Brisanz: Die Kölner liegen mit 17 Punkten auf dem 18. Tabellenplatz und benötigen dringend Punkte, um den Rückstand auf Mainz 05, das mit 24 Zählern den Relegationsplatz belegt, weiter zu verkleinern. Werder hingegen liegt auf Platz 14, hat jedoch nur zwei Punkte Vorsprung auf die Mainzer.

Werder Bremen v VfB Stuttgart - Bundesliga

   Auch die Fans des SV Werder Bremen brachten ihren Unmut in der damaligen Partie                                                 gegen den VfB Stuttgart zum Ausdruck   

​Zu allem Übel wird der 1. FC Köln die Reise jedoch ohne einen Großteil der Fans antreten müssen. Wie der 'Südkurve 1. FC Köln e.V.' auf der vereinseigenen Website bekanntgab, werde man trotz der derzeitigen sportlichen Situation dem Auswärtsspiel in Bremen fernbleiben. In einem Statement wurde vermeldet, dass "zahlreiche Gruppen und Fanclubs unserer Anhängerschaft, darunter auch die Ultragruppen", die Mannschaft "aus Protest" nicht unterstützen werden. Ferner hieß es: "Hatten wir als Fanszene die Montagsspiele in der 2. Bundesliga über Jahre zwar kritisch begleitet aber gewissermaßen als gegeben hingenommen, ist für viele Fans mit der jetzigen Einführung in der höchsten Spielklasse die Grenze des Hinnehmbaren endgültig überschritten."

​Während beispielsweise 
​Dortmunds Trainer Peter Stöger jene Montagsspiele ob der Belastung der Mannschaften durch die Europa League als sinnvoll betrachtet, kritisiert der e.V. in seinem Statement die anhaltende Kommerzialisierung des Fußballs: "Die Anstoßzeiten können nicht weiter dem Profitstreben von Vereinen, Verbänden und TV-Sendern zum Opfer fallen und müssen auch im Sinne von uns Fans gestaltet werden, die ihre Mannschaft im Stadion unterstützen wollen."

​Ob die Proteste jedoch den gewünschten Erfolg mit sich bringen werden und die DFL in Zukunft auf Montagsspiele verzichten wird, ist unwahrscheinlich. So sagte beispielsweise Dr. Reinhard Rauball, Präsident des BVB sowie der DFL, in einem Interview mit dem 
​kicker: "Wir sprechen von 5 von 306 Spielen pro Saison. Mehr Begegnungen am Montag sind nicht geplant. Wir sollten daher bei aller Aufregung an einigen Stellen die nötige Sachlichkeit und Verhältnismäßigkeit nicht aus den Augen verlieren." Soll bedeuten: Es werden zwar nicht mehr Montagsspiele pro Saison, doch die grundsätzliche Austragung von Bundesligaspielen am Montagabend steht nicht zur Debatte.