Weit vor Abpfiff herrschte Unruhe auf den Rängen. Viele Zuschauer verließen beim 1:1 gegen den SC Freiburg vorzeitig das Stadion in Sinsheim. Die übrig gebliebenen pfiffen ihr Team aus. In Hoffenheim ist die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Für Julian Nagelsmann unverständlich - der TSG-Coach ging nach der Partie auf die eigenen Anhänger los. Bei einem Fan-Treffen am Dienstag sollen die Unstimmigkeiten nun aber ausgeräumt worden sein, teilte der Verein mit.


Nach der tollen Vorsaison steckt 1899 Hoffenheim im Mittelfeld der Liga fest. Beim ​1:1 am vergangenen Samstag gegen den SC Freiburg haben die Kraichgauer zum zehnten Mal in der laufenden Saison eine Führung verspielt. Gleichzeitig war es das siebte sieglose Spiel in den vergangenen acht Begegnungen. Die Stimmung war in der offiziell ausverkauften Wirsol-Rhein-Neckar-Arena zu Sinsheim dementsprechend eisig. Einige Fans quittierten die Leistung ihres Teams im Badenduell mit Pfiffen, viele Zuschauer verließen ihre Plätze schon weit vor Abpfiff der Partie.


Auch deshalb war TSG-Coach Julian Nagelsmann nach dem Spiel kräftig angefressen. "Wir wären gerne besser, aber dennoch waren wir in dieser Saison noch nie schlechter als Neunter", führte der 31-Jährige auf. "Was machen dann die Fans der Mannschaften, die hinter uns stehen? Die vom Zehnten stürmen das Feld? Die vom Elften nehmen einen Spieler mit nach Hause? Und die vom Zwölften machen den Mannschaftsbus kaputt?", fragte er sarkastisch.


Probleme bei Fantreffen ausgeräumt


Das Verhältnis zur Anhängerschaft schien spätestens seit diesen Aussagen belastet. Aus diesem Grund traf sich Nagelsmann zusammen mit Sportdirektor Alexander Rosen zu einem "intensiven und kritischen" Dialog mit den Vertretern. Am Dienstagabend sollen laut Angaben des Vereins dabei "offen alle Punkte angesprochen" worden sein, "die beide Seiten zuletzt bewegt hatten". Beide Seiten hätten einander keine Vorwürfe gemacht, "sondern konstruktiv und vor allem jederzeit nach vorne gerichtet diskutierten", wird Rosen zitiert.

Er sei begeistert, "mit wie viel Leidenschaft und Überzeugung unsere Fans bereit sind, die Mannschaft zu tragen und ihren Beitrag zum Erfolg zu leisten. Mit diesem Rückenwind gehen wir gemeinsam in die ausstehenden zehn Partien."


Glaubt man den Worten von Rosen, sind alle Probleme bei dem Treffen ausgeräumt worden. Wie lange der Burgfrieden anhält, bleibt allerdings offen. Spätestens bei der nächsten schwachen Heimvorstellung oder einer weiteren Führung, die das Nagelsmann-Team aus der Hand gibt, könnten sich die Unmutsbekundungen auf der Tribüne wiederholen.