Werder Bremen spielt bislang mit elf Punkten aus sieben Spielen eine solide Rückrunde. Gerade in den letzten Wochen scheinen die Grün-Weißen in Fahrt zu kommen. Mit den drei Winter-Neuzugängen Milot Rashica, Sebastian Langkamp und Marco Friedl hat das allerdings wenig zu tun. Sportchef Frank Baumann spricht ihnen trotz der mageren Bilanz Mut zu.


Samstagabend, 86. Minute im Weserstadion: Der Siegtreffer im Nordderby kurz vor dem Ende war eine Erlösung für alle Werder-Anhänger. Bis auf neun Punkte konnte man den Rivalen aus Hamburg distanzieren - ein beruhigendes Polster auf den direkten Abstiegsplatz. Den sicheren Klassenerhalt bedeutet das aber noch lange nicht. Lediglich zwei Punkte trennen die Grün-Weißen von Mainz 05 auf dem Relegationsrang.


Dennoch sind die Aussichten an der Weser gut. Die Leistungen und Ergebnisse stimmten in den vergangenen Wochen. Drei der letzten vier Bundesliga-Begegnungen konnte das Team von Florian Kohfeldt für sich entscheiden. Wirklich mithelfen konnten dabei die drei Winter-Neuzugänge Milot Rashica, Sebastian Langkamp und Marco Friedl aber nicht. ​Rashica stand in seinem ersten Spiel auf Schalke zwar direkt in der Startelf, blieb aber blass.

Sieben Millionen Euro zahlte Werder für den 21 Jahre alten Rechtsaußen an den niederländischen Pokalsieger Vitesse Arnheim. Viel Geld für Werder-Verhältnisse, zumal Rashia  "ein Vorgriff auf den Sommer“ gewesen sein soll, wie Manager Frank Baumann betont. Den verletzten Fin Bartels kann der Jung-Nationalspieler aus dem Kosovo (noch) nicht ersetzten. "Wir haben uns bewusst dafür entschieden, keinen Spieler zu holen, der uns sofort weiterhilft, aber viel Geld gekostet hätte und dann im Sommer wieder weg gewesen wäre“, erklärt Werder-Sportchef Baumann im Gespräch mit ​MeinWerder


Aber auch Rashica werde dem Team "schon bald helfen", ist sich Baumann sicher. "Milot wird in den nächsten Wochen Einsatzzeiten bekommen, davon bin ich überzeugt. Er will dazulernen, er bietet sich in jedem Training an. Wir werden über den Sommer hinaus Freude an ihm haben“, glaubt er.


Langkamp für Kohfeldt kein reiner Back-up


Noch weniger als der 21-Jährige kam bislang Sebastian Langkamp zum Einsatz. Der für eine Million Euro aus Berlin gekommene Innenverteidiger hatte bislang seine auffälligste Aktion beim Jubeln. ​Nach seinem Kurzeinsatz auf Schalke verletzte sich Langkamp dabei an der Hand. Der 30-Jährige bleibt dennoch eine gute Alternative für Niklas Moisander und Milos Veljkovic in der zentralen Verteidigung. Findet auch Werder-Trainer Florian Kohfeldt: "Sebastian ist aber auf gar keinen Fall ein reiner Back-up. ​Er sollte klare Ambitionen haben, zur Startelf zu gehören." Allein deshalb erscheint der Transfer des bundesligaerfahrenen Routiniers weiter sinnvoll.

Ganz anders ist die Situation für Marco Friedl. Während Rashica und Langkamp gefühlt nahe an der ersten Elf dran sind, stand die Bayer-Leihgabe gegen den HSV gar nicht erst im Aufgebot. Eine Woche zuvor durfte er 90 Minuten ran - für die U23 in der dritten Liga. Dort soll er laut Baumann auch weiter "punktuell zum Einsatz kommen". Der Werder-Sportchef macht dem 19-jährigen Österreicher zwar Hoffnung, dass er "grundsätzlich immer ein Thema für den Bundesligakader" sei und es im Training "sehr gut" mache, schränkt aber ein: "Marco hat mit Niklas Moisander und Ludwig Augustinsson zwei absolute Leistungsträger vor sich.“ Sollten die beiden fit bleiben dürfte, das "Liga-Hopping" für den Youngster weiter gehen. Friedl kam in dieser Spielzeit schon für die Bayern in der Regionalliga, in der Bundesliga und in der Champions League zum Einsatz. Für Werder lief er in Liga drei auf. Bundesliga-Fußball im Weserstadion wird er aber wohl vorerst weiter nur von draußen beobachten können.