Elftal-Legende Ruud Gullit rät dem FC Bayern, den zum Sommer auslaufenden Vertrag mit Arjen Robben zu verlängern. Am Rande der World Sports Awards in Monaco sagte der 55-Jährige vor deutschen Journalisten, dass der Flügelstürmer "noch immer sehr wichtig für die Mannschaft" sei. Seinen enormen Ehrgeiz sieht er derweil allerdings als Problem.


Ginge es nach Ruud Gullit, würde Bayernstar Arjen Robben auch über das Saisonende hinaus für den deutschen Rekordmeister auflaufen. Der Kontrakt des 34-Jährigen endet in diesem Sommer, auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit hat man sich allerdings noch nicht einigen können. Weshalb die Holland-Ikone auch hofft, "dass Bayern noch ein Jahr mit [ihm] verlängern wird."


FC Bayern Muenchen v Hertha BSC - Bundesliga

Bärenstark: Arjen Robben kommt aktuell auf 15 Torbeteiligungen in dieser Saison


Wie Gullit zudem betonte, sei Robben "noch immer sehr wichtig für die Mannschaft, denn er ist ein Voll-Profi und unglaublich fit. Für einen 34 Jahre alten Offensivspieler ist es nicht normal, dass er noch immer so schnell ist. Arjen kann es noch immer."


Problematisch sei im Falle einer Vertragsverlängerung jedoch der enorme Ehrgeiz des Flügelflitzers, wie Gullit erklärte: "Ich denke nicht, dass er immer spielen kann, sondern auch in den wichtigen Spielen nur eingewechselt wird. Und das muss Arjen akzeptieren."


Zweifel an Robbens Joker-Dasein beim FC Bayern waren nach dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Besiktas Istanbul (5:0) in der Champions League aufgekommen. Robben, der öffentlich sein Unverständnis über seine Reservistenrolle geäußert hatte, wurde lediglich eingewechselt – was ihm bitter aufstieß. 


Robben ist "von Ehrgeiz besessen" - ein Nachteil für andere Spieler?


Auch im Sport1-Doppelpass wurde Robbens Startelf-Frust kontrovers diskutiert. "Robben brennt ohne Ende, weil er von Ehrgeiz besessen ist. Er wird es nie akzeptieren können, wenn er draußen sitzt. Und er ist top-beleidigt, wenn er nicht spielen darf", sagte unterdessen Karl-Heinz Wild, Chefredakteur des kicker. Auch Gullit hat seinen Landsmann schon gefrustet erlebt. "Dass es in ihm brodelt, wenn er mal nicht spielt, ist ein Vorteil für ihn, das kann aber auch ein Nachteil für die Mitspieler sein. Aber auch das ist Arjen Robben. Er will halt immer spielen und das ist auch okay", berichtete er.


Reservist dürfte Robben in naher Zukunft jedoch keineswegs sein. Nach der ​Sprunggelenksverletzung von Kingsley Coman, für den die Saison wohl gelaufen ist, ist der Niederländer auf dem Flügel erste Wahl.