Magere 18 Tore hat der HSV in 24 Bundesliga-Spielen erzielt. Auch Bernd Hollerbach bringt die stockende Offensive nicht ins Rollen. Drei Treffer in fünf Partien stehen unter dem neuen HSV-Coach zu Buche. Tatsuya Ito könnte mit seinen gefährlichen Dribblings Abhilfe verschaffen - doch der kleine Japaner scheint unter Hollerbach außen vor zu sein. 


2015 kam Tatsuya Ito aus seiner Heimat Japan nach Hamburg. Über die U19 und U21 der Rothosen empfahl sich der 1,63 Meter kleine Dribbelfloh für das Bundesliga-Team. Am sechsten Spieltag durfte er bei der 0:3-Pleite in Leverkusen sein Debüt feiern, Ito wurde acht Minuten vor Schluss eingewechselt. Seither sind elf weitere Bundesliga-Einsätze hinzugekommen, eine Torbeteiligung gelang dem 20-Jährigen dabei noch nicht.


Seine auffälligen Leistungen unter Ex-Trainer Markus Gisdol wurden dennoch ​im Dezember mit einem Vertrag bis 2021 belohnt. Ito schwang sich mit seinen Dribblings und der feinen Ballbehandlung schnell zu einem der Lieblinge der HSV-Fans auf. Bei aller Euphorie wurde aber auch schnell sichtbar, woran es dem talentierten Japaner noch mangelt. Körperlich scheint Ito noch nicht reif für die Bundesliga - zumindest nicht, um eine Partie über die volle Spielzeit zu absolvieren. 68 Minuten dauerte sein längster Einsatz bislang, meist musste er noch vor der Stundenmarke entkräftet ausgewechselt werden.

Mit dem Trainerwechsel von Gisdol zu Bernd Hollerbach hat Ito wieder an Bedeutung für das HSV-Spiel verloren. Zu Hollerbachs Auftakt in Leipzig schmorte er 90 Minuten auf der Bank, gegen Hannover durfte er in der Woche darauf zumindest 45 Minuten ran. Ito war zwar bemüht und spulte in einer Halbzeit gute 6,4 Kilometer ab, seine Zweikampfwerte waren mit 30 Prozent gewonnener Duelle aber (gewohnt) schwach. Ein Manko, das beim neuen HSV-Coach gar nicht gut ankommt.

Hollerbach setzt eher auf körperlich robuste Dauerläufer - der Japaner verschwand nach dem Remis gegen Hannover aus dem Aufgebot und scheint außen vor zu sein. Am Montag lief Ito mit der U21 im Topspiel der Regionalliga Nord beim VfL Wolfsburg II auf. 2:2 trennte sich der Tabellenführer vom Wölfe-Nachwuchs, Hollerbach verfolgte die Partie am TV. "Es war wichtig, dass er jetzt mal 90 Minuten gespielt hat“, meinte sein Trainer gegenüber der MoPo und äußerte sich auch zu Itos künftigen Einsatzchancen in der Bundesliga. "Es gab einen großen Hype um seine Person. Er muss im Training weiter Gas geben. Außen vor ist er bei uns aber ganz sicher nicht“, versicherte Hollerbach.


Dass Ito im Hamburger Existenzkampf bald wieder auf der Bundesliga-Bühne auftaucht, erscheint derzeit dennoch eher unwahrscheinlich.