​Eine Woche vor dem Champions-League-Kracher in Paris schickte Real-Trainer Zinedine Zidane gegen Espanyol eine B-Elf ins Rennen. Ohne Ronaldo, Kroos und Co. legten die Königlichen einen blutleeren Auftritt hin und verloren letztlich verdient mit 0:1. Der Franzose wollte hinterher "kein ganz so schlechtes Spiel" gesehen haben und nahm seinen blassen Star-Angreifer Gareth Bale in Schutz.


Die ​Last-Minute-Niederlage von Real Madrid bei Espanyol Barcelona hat deutlich gezeigt, wohin die Reise der Königlichen in der Endphase der Saison geht. Im Pokal ausgeschieden und in La Liga hinter dem FC Barcelona und Atletico Madrid deutlich abgeschlagen, ist der Fokus voll und ganz auf den Titel-Hattrick in der Champions League gerichtet.


Eine Woche vor dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain schickte Real-Trainer Zinedine Zidane bei der 0:1-Pleite gegen Espanyol eine B-Elf ins Rennen. Neben den verletzten Toni Kross, Luka Modric und Marcelo, musste der Franzose auch auf Casemiro verzichten, der wegen Magenproblemen in Madrid blieb. Gleiches galt für ​Cristiano Ronaldo, der von Zidane eine Pause verordnet bekam -  ​Daniel Carvajal und Karim Benzema nahmen nur auf der Bank Platz.


Bale fühlte sich in ungewohnter Rolle sichtilich unwohl - Rückendeckung von Zidane


So musste es in der Offensive Gareth Bale als einzig verbliebener von Reals "BBC-Angriff" richten. Der Waliser wurde von Zidane in Barcelona als einzige Sturmspitze aufgeboten und fühlte sich in dieser Rolle sichtlich unwohl. Immer wieder wich der 28-Jährige auf seine bevorzugte linke Seite aus. Das Zentrum blieb dabei unbesetzt. Seine beste Chance hatte Bale in den Anfangsminuten, als er mit einem Kopfball aus vier Metern an Espanyol-Schlussmann Diego Lopez scheiterte. Ansonsten blieb er, wie der Rest des Teams, weitgehend blass.

Von seinem Trainer wurde er nach der Partie aber in Schutz genommen. "Uns ist heute aus vielen Gründen vieles nicht gelungen. Es geht nicht nur um einen Spieler", betonte Zidane. Nach fünf Siegen in Folge kassierten die Königlichen wieder eine Niederlage. Für Zidane "ein Rückschritt", vorwerfen wollte er seinen Spielern aber nichts. "Wir müssen nach vorne schauen", meinte der 45-Jährige.


Er sei "jetzt natürlich ein bisschen wütend über das Ergebnis", gab Zidane zu Protokoll. Seine Spieler hätten "kein ganz so schlechtes Spiel gemacht und dieses Ergebnis nicht verdient", befand er und fuhr dann mit einer Analyse der Partie fort, die für einiges Stirnrunzeln sorgen dürfte. "Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und viele Chancen kreiert, aber nicht getroffen. In der zweiten Halbzeit haben wir schlechter gespielt, aber am Ende ist das Ergebnis meiner Meinung nach ungerecht. Espanyol hatte einige Chancen, aber wir waren gut im Spiel."


Worauf Zidane allerdings die seiner Meinung nach gute erste Halbzeit mit vielen Chancen begründet wissen will, bleibt schleierhaft. Außer der Möglichkeit von Bale zu Beginn blieb Real erschreckend harmlos. Im zweiten Durchgang wurde es dann noch schlechter. In der Offensive fehlte komplett die Durchschlagskraft, defensiv wurden die Madrilenen immer anfälliger. Das späte Siegtor für Espanyol in der dritten Minute der Nachspielzeit war alles andere als unverdient.

So bleibt die Champions League als einziger echter Maßstab für die Befindlichkeiten bei den Königlichen. Gelingt der Einzug ins Viertelfinale, kann die Saison noch gerettet werden. Scheidet Real vorzeitig aus, droht ein Beben in Madrid. An seiner Rotation in den Liga-Spielen wird Zidane deshalb weiter festhalten, auch wenn sein Plan gegen Espanyol "nicht aufgegangen sei. Ich denke nicht, dass es uns an Spannung und Konzentration gemangelt hat. Wir sind eine Mannschaft von 25 Spielern und in dieser Phase der Saison ist es wichtig, zu rotieren. Wenn du alle drei Tage spielst, musst du darauf zählen", verteidigte sich der Franzose.