Vor dem Duell zwischen Gladbach und Bremen schwärmt Fohlen-Manager Max Eberl von seinem Kollegen Frank Baumann. Der habe "einiges bewegt" und Werder wieder zu einem Konkurrenten der Borussen auf dem Transfermarkt gemacht. Thomas Delaney und Ludwig Augustinsson habe ihm Baumann vor der Nase weggeschnappt.


Max Eberl gilt als einer der besten Sportdirektoren der Bundesliga. Der FC Bayern war deshalb vor der Inthronisierung von Hasan Salihamidzic stark an den Diensten des 44-Jährigen interessiert. Neben seinem guten Auge für junge, entwicklungsfähige Spieler ist es vor allem eine Qualität, die den Ex-Profi auszeichnet: Seine ruhige und besonnene Art.


Seit Oktober 2008 führt er die sportlichen Geschicke bei Borussia Mönchengladbach. Die Fohlen waren damals gerade wieder in die Bundesliga aufgestiegen. Nach drei Jahren im Kampf um den Klassenerhalt, der in der Relegation 2011 gegen den VfL Bochum gipfelte, führte Eberl den Traditionsklub vom Niederrhein wieder in das obere Tabellendrittel der Bundesliga. Zweimal Europa League und zwei Champions-League-Teilnahmen sprangen seither heraus. Eberl musste dabei immer wieder die Abgänge von Schlüsselspielern wie Dante, Granit Xhaka oder den Bremer Max Kruse kompensieren.


Am kommenden Freitag (20.30 Uhr) trifft Kruse auf Eberl und seinen Ex-Verein. Gladbachs Sportdirektor zeigt im Vorfeld viel Respekt vor den Werderanern. "Ich finde es bemerkenswert, dass sie den Abstiegskampf über die fußballerische Lösung angehen. Sonst heißt es ja immer, man müsse malochen, kämpfen, grätschen, aber Bremen versucht, unter Florian Kohfeldt spielerisch voranzukommen", sagte der 44-Jährige im Gespräch mit der Deichstube anerkennend. 

Zu seinem Amtsantritt bei den Fohlen hatte er die Hanseaten noch als Vorbild genannt. Damals neigte sich die erfolgreiche Zeit von Werder unter Thomas Schaaf und Klaus Allofs dem Ende entgegen. Die Kontinuität unter Werders einstigem Führungsduo sei "ein entscheidendes Merkmal" für den Erfolg gewesen. "Der Sportvorstand oder Sportchef ist insofern immer eine wichtige Facette, weil die Philosophie des Vereins und die Strategie der Kaderplanung sehr stark von dieser Person abhängen. Jeder, der neu kommt, bringt auch eine neue Idee mit. Das muss gar nicht schlecht sein, aber oft kommt dann statt einem geraden Weg ein Zick-Zack-Kurs heraus, der zu Problemen führen kann", erklärt Eberl. 


Bremen schnappte Gladbach Delaney und Augustinsson weg


In Bremen war nach Allofs Thomas Eichin am Werk. ​Seit Mai 2016 hat Frank Baumann übernommen. Der habe "einiges bewegt", so Eberl. "Werder ist auf dem Transfermarkt durchaus wieder ein Konkurrent für uns", führt Gladbachs Macher aus. Gemeint sind dabei vor allem die beiden Skandinavier Thomas Delaney und Ludwig Augustinsson. "Das sind zwei Spieler, mit denen wir uns auch langfristig beschäftigt haben, die am Ende aber Werder bekommen hat", verrät er. 


6,5 Millionen Euro investierte Baumann in das dänisch-schwedische Duo, das in Bremen zu den absoluten Stammspielern und Leistungsträgern zählt. Am Freitagabend kommt es zum Duell mit Eberl und den Fohlen. Delaney trifft dabei auch auf ​Landsmann und Ex-Werder-Abwehrchef Jannik Vestergaard der im Sommer 2016 an den Niederrhein ​wechselte. Eberl zeigt sich von der Entwicklung des 25-Jährigen "sehr zufrieden" und attestiert ihm "wirklich super Leistungen". Ob aktuell wieder ein Spieler der Bremer auf seinem Zettel steht, will er angesichts des bevorstehenden Duells aber nicht sagen. Es zeigt einmal mehr den Charakter des Gladbach-Managers.