MUNICH, GERMANY - JANUARY 27: Kingsley Coman of Muenchen plays the ball during the Bundesliga match between FC Bayern Muenchen and TSG 1899 Hoffenheim at Allianz Arena on January 27, 2018 in Munich, Germany. (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Wer macht den Linksaußen? - Die systematischen und personellen Folgen der Coman-Verletzung

Am Montag gab der FC Bayern München bekannt, dass sich Kingsley Coman beim Heimspiel gegen Hertha BSC (0:0) einen Syndesmosebandriss zugezogen hat und erfolgreich operiert wurde. Dem Linksaußen droht das vorzeitige Saison-Aus. Durch die Verletzung des 21-Jährigen entsteht in der Münchner Offensive eine Lücke, die Cheftrainer Jupp Heynckes in den nächsten Wochen schließen muss. Einige Spieler im Kader haben durch den Coman-Ausfall bessere Chancen auf mehr Einsatzzeiten.  

6. Juan Bernat

Der Spanier verpasste einen Großteil der Hinrunde verletzungsbedingt und bestritt bislang fünf Ligaspiele. Bernat ist eigentlich gelernter Linksverteidiger, kann jedoch auch den offensiven Part übernehmen. Am 12. Spieltag bot Heynckes den 24-Jährigen als Linksaußen auf. David Alaba ist ebenfalls ein Kandidat, der als Linksaußen aushelfen kann. In diesem Fall wäre Bernat für die linke Abwehrseite die erste Wahl. 

5. James Rodriguez

Die Leihgabe von Real Madrid verpasste die letzten zwei Bundesliga-Partien. In den Wochen zuvor lieferte James im offensiven Mittelfeld starke Vorstellungen ab. Der Kolumbianer lief in der aktuellen Spielzeit bereits mehrmals als Linksaußen auf und wusste auch dort zu überzeugen. Sollte Franck Ribéry Pausen erhalten und der 26-Jährige auf den linken Flügel rücken, hätte dies auch Auswirkungen auf die restlichen Mittelfeld-Positionen. 

4. Sebastian Rudy & Corentin Tolisso

Die beiden zentralen Mittelfeldspieler hatten zuletzt keinen einfachen Stand. Während Javi Martinez im defensiven Mittelfeld gesetzt ist, waren die Plätze in der Offensive meist für James, Thomas Müller und Arturo Vidal reserviert. Sollte James auf der linken Außenbahn gebraucht werden, steigen für Rudy und Tolisso die Chancen auf einen Einsatz. 

3. Sandro Wagner

Nach der Verpflichtung von Wagner erklärte Heynckes, dass er sich auch eine Doppelspitze mit dem Ex-Hoffenheimer und Robert Lewandowski vorstellen könnte. In der Rückrunde hielt der 72-Jährige bislang an seinem 4-3-3-Sytem fest. Wenn der FCB-Coach James auf dem linken Flügel auflaufen lässt und im Mittelfeld auf eine Raute setzt, wäre eine Formation mit zwei Mittelstürmern durchaus denkbar. Gerade gegen tief stehende Gegner ist dies sicherlich eine ernstzunehmende Alternative. 

2. Arjen Robben

In der vergangenen Woche war der Niederländer äußerst angefressen, da er im Champions-League-Achtelfinale gegen Besiktas Istanbul nicht von Beginn an auflaufen durfte. Müller erhielt den Vorzug vor dem 34-Jährigen. Der Ausfall von Coman dürfte auch auf Robben Auswirkungen haben. Läuft James auf links auf, wird Müller in der Zentrale gebraucht. Deshalb wird der Publikumsliebling wohl seltener mit einem Platz auf der Bank vorliebnehmen müssen und hat dadurch mehr Chancen, um sich mit guten Leistungen für einen neuen Vertrag zu empfehlen. Das aktuelle Arbeitspapier des Flügelspielers läuft im Sommer aus. 

1. Franck Ribéry

Durch die Verletzung von Coman hat der Franzose seinen Hauptkonkurrenten verloren. Heynckes hat mit Alaba, Bernat und James zwar Spieler zur Verfügung, die den Posten auf der linken offensiven Außenbahn übernehmen können. Dennoch wird der 34-Jährige, sofern er keine Pausen benötigt, die erste Wahl auf links sein und ohne Coman deutlich mehr Einsatzzeiten erhalten. Dadurch kann auch Ribéry häufiger zeigen, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört und sich eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags lohnen würde.