Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner und Sportvorstand Fredi Bobic kämpfen gemeinsam um zwei ihrer Leistungsträger. Der Eintracht droht im kommenden Sommer der Abgang von Schlussmann Lukas Hradecky und Mittelfeldspieler Omar Mascarell. Bei beiden hat das Duo Hübner-Bobic die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben.


In der vergangenen Spielzeit überraschte Eintracht Frankfurt mit dem Einzug ins DFB-Pokalfinale. In der Bundesliga sah es lange Zeit so aus, als könnte die Eintracht nach Europa zurückkehren. Nach der Hinrunde lag Frankfurt auf Rang sechs, holte im zweiten Halbjahr aber nur noch 13 Zähler und landete am Ende im grauen Mittelfeld.


Aktuell klopft das Team von Niko Kovac wieder an der Europapokal-Teilnahme. Anders als im vergangenen Jahr scheint die Eintracht in dieser Spielzeit die Form aus der Hinrunde sogar noch steigern zu können. Trotz der jüngsten 0:1-Pleite in Stuttgart liegt Frankfurt nach 24 Spieltagen auf dem vierten Platz. Im Pokal stehen die Hessen erneut im Halbfinale.


Hradecky im BVB-Fokus


Einer der Garanten im Team ist dabei Schlussmann Lukas Hradecky. Der finnische Nationaltorhüter hat längst Begehrlichkeiten bei anderen Klubs geweckt - zumal sein Vertrag in Frankfurt im Sommer ausläuft. Wo der 28-Jährige in der kommenden Saison zwischen den Pfosten steht, scheint derzeit noch völlig unklar. ​Borussia Dortmund soll sich intensiv mit einer Verpflichtung auseinandersetzten und sich nach Informationen des kicker bereits mit Hradecky getroffen haben. Beim BVB beendet Urgestein Roman Weidenfeller im Sommer seine Karriere. Stammkeeper Roman Bürki ist trotz seiner Vertragsverlängerung bis 2021 vom vergangenen Oktober nicht unumstritten.

Sportdirektor Bruno Hübner will seine Nummer eins aber noch nicht aufgeben. Es sei zwar "relativ schwer" Hradecky zu halten, "aber wenn wir die Vorstellungen korrigieren können, ist es nicht aussichtslos", sagte er gegenüber der FAZ. Neben dem BVB soll auch Bayer Leverkusen interessiert sein. Der Eintracht-Keeper hat bislang zwei Angebote der Frankfurter abgelehnt. Das größte Faustpfand von Hübner könnte die mögliche Teilnahme am Europapokal sein. Derzeit scheint sogar die Champions-League-Qualifikation möglich. Sollte die gelingen, dürfte Hradecky noch einmal ins Grübeln kommen.


Muss Mascarell zurück zu Real Madrid?


Ähnlich sieht die Lage bei einem anderen Leistungsträger aus. Omar Mascarell kam im Sommer 2016 für eine Million Euro von Real Madrid. In seiner ersten Spielzeit überzeugte der 25-jährige Spanier auf Anhieb. Wie sehr er dem Team in der Hinrunde gefehlt hat, zeigte Mascarell in den ersten fünf Spielen der Rückserie. Zuvor musste der defensive Mittelfeldspieler das erste halbe Jahr der laufenden Saison infolge einer Achillessehnen-OP aussetzten. 

Auch bei Mascarell gibt es einige Interessenten. Sein Vertrag in Frankfurt läuft allerdings noch bis 2019. Dennoch droht die Eintracht den Spanier im Sommer zu verlieren. Real Madrid besitzt eine Rückkaufoption, die wohl bei rund vier Millionen Euro liegt. ​Die spanischen Sportzeitung AS hatte jüngst berichtet, dass die Königlichen diese ziehen wollen. Nich unbedingt, weil sie mit Mascarell planen, sondern um ihn mit einem Gewinn weiterverkaufen zu können. Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic will deshalb in den kommenden Tagen das Gespräch mit Real suchen. Gegenüber der Bild dementierte er den AS-Bericht. Einen Abschied des Spaniers wollte er dennoch nicht ausschließen. "Aber Omar fühlt sich hier sauwohl. Wir hatten gute Gespräche mit ihm und seinem Berater. Warten wir mal ab", blieb Bobic hoffnungsvoll.