​Tayfun Korkut ist beim VfB Stuttgart ein Auftakt nach Maß gelungen. Der neue Cheftrainer der Schwaben hat in wenigen Wochen die Mannschaft des Aufsteigers stabilisiert. Dabei haben sich die taktischen Veränderungen unter dem 43-Jährigen bereits bezahlt gemacht. ​


Auch bei seiner dritten Station in der Bundesliga ist sich der Deutsch-Türke treu geblieben und stellte den VfB auf ein klassisches 4-4-2-System um. Dabei sah der Fußballlehrer von allzu komplexen Anpassungen ab und setzt im Abstiegskampf auf schlichten, disziplinierten Fußball. Die pragmatische Marschroute zahlte sich bislang voll aus und so konnten die Schwaben in vier Spielen unter seiner Führung starke zehn Punkte holen.


Dabei veränderte der neue Mann auf der Trainerbank nicht nur die taktische Anordnung auf dem Platz, sondern auch die Positionierung der Spieler - und sorgte dabei durchaus für geglückte Überraschungen. So stellte er etwa den Kapitän ​Christian Gentner vom gewohnten defensiven Mittelfeld ins rechte offensive Mittelfeld. Auf dieser Postion kann der 32-Jährige seine Qualitäten noch besser einbringen So war er bereits mehrfach der lauffreudigste Spieler auf dem Platz und konnte durch seine große Spielintelligenz seine Mitspieler gut in Szene setzen.

Auf der Sechs neben Santiago Ascacibar setzte Korkut dafür zunächst auf Dennis Aogo. Der ehemalige deutsche Nationalspieler kam auch unter Hannes Wolf ab und an im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Die meisten Einsatzminuten sammelte der variable 31-Jährige jedoch auf der linken Seite. Der gebürtige Karlsruher machte seine Sache ordentlich, für das dritte Spiel bei seinem neuen Verein ließ sich der neue Coach jedoch noch etwas interessanteres einfallen.


Beim 1:0-Erfolg gegen den FC Augsburg stellte Korkut den ehemaligen Abwehrchef Holger Badstuber überraschend auf die Sechserposition. Mit Hilfe des Routiniers gelang es dem Aufsteiger, in der Zentrale noch kompakter zu agieren. Zudem profitierte man von dem gepflegten Spielaufbau des ehemaligen Bayern-Spielers. Auch im nächsten Spiel gegen Eintracht Frankfurt absolvierte der 28-Jährige seine Aufgabe mit Bravour und somit scheint das neue Pärchen im defensiven Mittelfeld gefunden.

In der Verteidigung bleibt der Übungsleiter seiner Linie treu und setzt von Beginn auf eine Viererkette. Benjamin Pavard und Timo Baumgartl überzeugen dabei als eingespieltes Innenverteidigerduo. Auf den Außen agieren Emiliano Insua und Andreas Beck in der Defensive sehr diszipliniert, im Spiel nach vorne hat insbesondere der Deutsche jedoch noch jede Menge Luft nach oben. Wenns brenzlig wird, können die Stuttgarter im Spiel auf eine Fünferkette umstellen. Badstuber rückt dafür einfach als zusätzlicher Spieler in die Innenverteidigung und man spart sich einen Wechsel.


Im Spiel nach vorne sollen Erik Thommy auf der linken Außenbahn und das Sturmduo aus Mario Gomez und Daniel Ginczek für Akzente sorgen. Zwar konnten die Stuttgarter auch unter Korkut mit vier Treffern aus vier Spielen kein Offensivfeuerwerk abfackeln, die Mannschaft tritt aber sehr geschlossen auf und hat die Anpassungen bereits sehr gut verinnerlicht. Wenn weiter jedes Rädchen so gut in das nächste greift, dürfte der VfB in den nächsten Wochen dem Abstiegskampf endgültig Ade sagen.