​Das Nordderby am vergangenen Samstag zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV (1:0) wurde von einigen mitgereisten HSV-Fans überschattet, die im Gästeblock durch den Einsatz von Pyrotechnik auf sich aufmerksam machten. Auch wenn sich die Bremer Anhänger in diesem Spiel zurückhaltend verhielten, musste sich Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald nun Fragen gefallen lassen. Warum konnten die Auswärtsfans ungehindert Raketen und Pyrotechnik ins Stadion schleusen?


Der ​beschämende Auftritt einiger Anhänger des Hamburger SV beim Gastspiel in Bremen geht nicht nur die Verantwortlichen der Rothosen, sondern auch die Grün-Weißen etwas an. Während sich HSV-Vorstand Frank Wettstein verärgert über das Verhalten der eigenen Fans äußerte, nahm nun auch Werder-Boss Hubertus Hess-Grunewald Stellung zu den Geschehnissen am vergangenen Spieltag.

So wichtig der Dreier für Werder auch war, das Fazit von Hess-Grunewald fiel differenziert aus. "Wir haben uns sicher über die drei Punkte gefreut, aber die Bilder, die dieses Nordderby produziert hat, sind natürlich nicht gut für den Fußball, nicht gut für die friedlichen Fans im Weser-Stadion, egal ob sie Werder oder dem HSV die Daumen gedrückt haben. Wir werden alle Vorkommnisse intensiv auswerten und unsere Schlüsse daraus ziehen. Das wird aber noch ein paar Tage dauern", zitiert die ​offizielle Werder-Webseite den 57-Jährigen.


Warum gelangte so viel Pyrotechnik ins Stadion?


Die zentrale Frage, die sich alle Fußballfans stellen: Wie gelang es den Gästefans trotz massiver Derby-Vorkehrungen, Pyrotechnik einzuschleusen - vor allem in diesem Ausmaß? Aus Sicht von Hess-Grunewald ist es kaum möglich, diese Fußball-Chaoten unter Kontrolle zu halten: "Grundsätzlich muss man sagen, dass bei diesem Nordderby bereits ein extrem hohes Aufkommen an Sicherheitskräften die Veranstaltung sichert. Aber um diese Bilder im Gästeblock zu provozieren, wird ein unheimlich hohes kriminelles Potenzial freigesetzt."

SV Werder Bremen v Hamburger SV - Bundesliga

Wie konnte das passieren? HSV-Fans schmuggelten jede Menge Pyrotechnik ins Weser-Stadion.



Hess-Grunewald machte den Sicherheitskräften im Stadion keinen Vorwurf, sondern verwies vielmehr auf die Realitäten, die den Fußball aktuell auf eine harte Probe stellen: "Solchen Bildern gehen geplante, konzertierte Aktionen ganzer Gruppen voraus, die immer wieder nach Schlupflöchern im Sicherheitskonzept suchen und wir müssen viel Arbeit aufwenden, solche Schlupflöcher zu schließen."