Kapitän, Führungsspieler, Identifikationsfigur - bei Thomas Müller gerät Jupp Heynckes ins Schwärmen. Für den Bayern-Coach ist der Weltmeister nicht mehr aus München wegzudenken. Den Status der Unantastbarkeit hat Müller unter dem 72-Jährigen zurück. Auch weil es "solch einen Spielertyp in Europa" nicht ein zweites Mal gebe.


Zur Jahrtausendwende kam der damals zehnjährige Thomas Müller vom TSV Pähl zum FC Bayern München. ​Seither trägt der mittlerweile 28 Jahre alte Weltmeister das Bayern-Trikot. Geht es nach Jupp Heynckes, wird er bis zum Ende seiner Karriere kein anderes mehr überstreifen. "Ich kann mir nie vorstellen, dass Thomas Müller vom FC Bayern weggehen würde", sagt der FCB-Coach im Gespräch mit der Bild.


Für den 72-Jährigen sei Müller "ein Stück FC Bayern München, er ist nicht nur ein Führungsspieler, sondern eine Identifikationsfigur auch für die Region. Das ist seine Heimat, der Klub ist sein Klub". In seiner vierten Amtszeit beim Rekordmeister sei Müller ein wichtiger Führungsspieler im Team. "Thomas ist nicht nur ein belebendes Element, er ist Kapitän, er ist Sympathieträger, auf und außerhalb des Spielfeldes. Einen Thomas Müller nicht zu berücksichtigen oder infrage zu stellen, schließe ich aus - solch einen Spielertyp gibt es in ganz Europa nicht", schwärmt Heynckes.

Unter der Trainer-Ikone hat Müller seinen Status der Unantastbarkeit zurück, den er sich einst als Youngster unter Louis van Gaal erarbeitet hatte. Bei Pep Guardiola und Carlo Ancelotti galt später jedoch nicht mehr "Müller spielt immer". Ein Grund dafür war auch der größere Konkurrenzkampf im Bayern-Kader. Nun scheint Müller in den wichtigen Spielen wieder nicht mehr aus der Startelf wegzudenken zu sein. Gegen Besiktas Istanbul stand er zunächst auf dem rechten Flügel in der Anfangsformation - vor Arjen Robben. Nach der Einwechslung des Niederländers wechselte Müller ins Zentrum.

Zwei Tore in typischer Müller-Manier und die Vorlage zum 5:0 durch Robert Lewandowski gaben Heynckes recht. Die Trainer-Ikone betont, "dass wir jetzt einen Kader haben, der substanziell noch besser ist als 2012/13, mehr Alternativen bietet". Die Triple-Hoffnungen der Anhänger dämpft er dennoch. "Deswegen ist aber nicht gewährleistet, dass wir dieses Jahr wieder die Champions League gewinnen. Die Konkurrenz ist viel, viel stärker als damals." Allein die fünf englische Mannschaften im Achtelfinale hätten "zusammen vielleicht drei Milliarden Euro investiert in den letzten Jahren". Herbeireden solle man ein erneutes Triple deshalb nicht.


Die international wiedererstarkten Premier-League-Klubs Manchester City, Manchester United, FC Liverpool, Tottenham Hotspur und FC Chelsea haben allein in der aktuellen Spielzeit zusammen knapp 1,028 Milliarden Euro in neue Spieler investiert. 116,50 Millionen Euro gab der FC Bayern aus, darunter die feste Verpflichtung von ​Kingsley Coman für 21 Millionen Euro. Der französische Nationalspieler hatte zuvor seit 2015 auf Leihbasis für die Münchener gespielt.