​Die TSG 1899 Hoffenheim kommt aktuell nicht richtig ins Rollen. Die Mannschaft von Trainer ​Julian Nagelsmann versucht viel, doch am Ende zeigt sich das junge Team in der Offensive oftmals nicht kaltschnäuzig genug. Der Abgang von Torjäger und Führungsspieler Sandro Wagner im Winter wiegt schwerer als gedacht.


Am 13. Spieltag lag die TSG noch auf dem 7. Tabellenplatz und war nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses hinter dem Sechsplatzierten Bayer 04 Leverkusen. In der Folge fiel Sandro Wagner zunächst aufgrund von Achillessehnenproblemen aus und wechselte schließlich im Januar für 13 Millionen Euro Ablöse zum Rekordmeister.


Zunächst schien die Mannschaft auch ohne den deutschen Nationalspieler klar zu kommen, zuletzt trat die Mannschaft aber auf der Stelle. So liegen sie zwar auch jetzt auf einem stabilen 8. Platz, die auf dem 6. Rang stehenden Leipziger sind aber mittlerweile sechs Punkte davon geeilt.

TSG 1899 Hoffenheim v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

Ein Typ wie Wagner fehlt der TSG aktuell.



Am vergangenen Samstag kamen die Kraichgauer auch gegen den SC Freiburg nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Bereits auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen die Breisgauer ordnete der 30-jährige Cheftrainer der TSG die aktuelle Situation kritisch ein: "Es ist für die Entwicklung junger Spieler immer wichtig, dass ein stabiles Konstrukt um sie herum existiert. Nicht jeder Jugendspieler ist sofort ein gestandener Profi. Wenn uns tragende Säulen verlassen, dann werden wir neue tragende Säulen holen."


Auf den Abgang von Wagner hatte man in Sinsheim im Winter nicht reagiert - zwar konnte die Mannschaft auch in der Rückrunde in sieben Spielen ordentliche neun Treffer erzielen, das letzte Quäntchen Kaltschnäuzigkeit ließ man aber oftmals vermissen. Dabei wird auch die Autorität von Wagner vermisst, der durch seine Erfahrung viel Druck von seinen jungen Gegenspielern genommen hat. Eine neue Hierarchie muss sich erst finden.

Nach dem Remis gegen den Sportclub zeigte sich der junge Fußballlehrer angefressen und kritisierte, dass seine Mannschaft sich kaum aussichtsreiche Chancen erarbeitete: "Keine unserer Chancen war so klar, dass man hinterher sagen kann, dass wir noch weitere Tore hätten machen müssen."


Dabei war er mit dem Positionsspiel seiner Mannschaft nicht zufrieden und mahnte an, dass die Angreifer bei Flanken nicht den Bereich vor dem Tor besetzten. Spätestens im Sommer dürfte der Trainer somit wohl vehement eine weitere Verstärkung für die Offensive fordern, um in der Zukunft wieder den attraktiven Fußball spielen zu lassen, mit dem sich die TSG einst einen Ruf machte.