​Ex-Torjäger Stefan Kießling dachte intensiv darüber nach, seine Karriere im Winter vorzeitig zu beenden. Anhaltende Hüftbeschwerden und der Stammplatz auf der Tribüne sorgten für den Entschluss des ehemaligen Nationalspielers. Doch Kießling ließ sich zu einer weitern Halbserie überreden. An seiner Situation aber hat sich nicht viel geändert.


13 Minuten gegen Hoffenheim, sechs Minuten gegen Mainz, eine Minute gegen Frankfurt und zuletzt 19 Minuten bei der 0:2-Heimpleite gegen Schalke.Gerade einmal 38 Minuten stand Stefan Kießling in dieser Spielzeit auf dem Platz. Die restlichen 20 Saisonspiele fand sich der ehemalige Nationalspieler auf der Tribüne wieder. Die ewige Reservistenrolle wollte sich der 34-Jährige eigentlich nicht mehr antun, sodass er im Herbst 2017 den Entschluss traf, seine Karriere im Winter zu beenden.



​Doch nach intensiven Gesprächen mit den Verantwortlichen ließ sich Kießling überreden, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag zu erfüllen. An seiner Situation aber, hat sich seither nichts geändert. Der Stammplatz des Stürmers ist weiterhin die Tribüne - entgegen der Versprechungen. Am Sonntag durfte Kießling bei der 0:2-Heimpleite gegen Schalke 04 für die letzten 19 Minuten ran. Eine Mitleidseinwechslung - weiter nichts. 


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20. Mai 2017: Kießling (l.) bejubelt seinen bis dato letzten Treffer.


Der ehemalige Leistungsträger bekommt ein paar Minuten, um sich wertvoll und geschätzt zu fühlen. Gebraucht wird er eigentlich nicht mehr. Es ist ein trauriger Abgang, den Stefan Kießling nach 440 Pflichtspielen und 162 Toren für die Werkself nun in Leverkusen erlebt. Man soll immer aufhören, wenn es am schönsten ist. Kießling hätte die Reißleine womöglich schon viel früher ziehen müssen. Nun aber erlebt er eine Karriereende, was ihm absolut nicht gebührt.