Nach der 0:1-Niederlage im Nordderby bei Werder Bremen brennt es beim Hamburger SV an allen Ecken und Enden. Allen voran die Entstehung des Bremer Siegtreffers sorgte für Frustration und Aufregung im Lager des Bundesliga-Dinos, der nun schon seit elf Spielen sieglos ist und bereits sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer hat.


„Was sind das für Leute in Köln?“, echauffierte sich Heribert Bruchhagen im Nachgang der Begegnung. „Jeder, der Fußball gespielt hat, sieht in dieser Szene sofort: Das ist Abseits!“, polterte der Vorstandsvorsitzende der „Rothosen“. Ähnlich sah es HSV-Stürmer André Hahn: „Es ist bitter, zu welchem Zeitpunkt und vor allem wie das Tor gefallen ist. In meinen Augen ist es Abseits und hätte nicht zählen dürfen.“

Trainer Bernd Hollerbach legte das Augenmerk viel mehr auf eine potentielle Foulsituation im Duell Belfodil gegen van Drongelen, an dessen Ende der Niederländer die Kugel über die Linie bugsierte. „Es war auf jeden Fall ein Foul. Jede Woche gibt es neue strittige Situationen. Wäre das erkannt worden, hätten wir einen Punkt mitgenommen“, erklärte der Übungsleiter.


Die Bremer sahen die entscheidende Szene naturgemäß anders. „Es war ein 50:50-Ding“, erklärte beispielsweise Maximilian Eggestein. Frank Baumann indes konnte die Hamburger Frustration nachvollziehen: „Es ist sehr bitter, so in der Schlussphase zu verlieren“, erklärte der Geschäftsführer Sport. Allerdings schob er nach: „Ich denke, es war kein Foul.“

Ähnlich sah es auch Schiedsrichter Felix Zwayer, der auch nach mehrfacher Betrachtung keine Abseitsstellung feststellen konnte. „Deswegen war es in meinen Augen ein reguläres Tor“, erklärte der Unparteiische.


Für den HSV zieht sich die Schlinge langsam aber sicher zu. Dennoch übt sich Sportdirektor Jens Todt in Durchhalteparolen. „Wir haben eine intakte Mannschaft. Es sind noch 30 Punkte zu vergeben. Wir geben nicht auf und niemand sollte uns abschreiben“, gab der 48-Jährige die Marschroute für die kommenden Wochen vor.