​Und es geht schon wieder los ... Nach nur zwei Bundesligaspielen (gegen Freiburg und in Köln) stellen die Ultras von Hannover 96 die Unterstützung ihre Mannschaft wieder ein. "Nach dem kindschen Lügenballett vom Donnerstag werden wir heute die Mikrofone leise und die Fahnen im Sack lassen", hieß es in einer offiziellen Erklärung vor dem Gladbach-Heimspiel. Doch was brachte das Fass erneut zum Überlaufen?


Gewohntes Bild am 24. Spieltag in der HDI-Arena: Während der starke Aufsteiger Hannover 96 (Platz sieben) gegen Borussia Mönchengladbach erneut einen tollen Auftritt hinlegen möchte, werden die Ultras dies erneut mit Schweigen quittieren. Natürlich richtet sich der erneute Verzicht auf jeglichen Support nicht gegen die Spieler, sondern gegen die Verantwortlichen des Klubs - insbesondere natürlich gegen Präsident Martin Kind.

Der Grund dafür, dass in der Kurve ab sofort zum wiederholten Male keine Fahnen geschwenkt und Sprechchöre angestimmt werden, ist folgender: Eine für Montag angesetzte Podiumsdiskussion wurde von Seiten des Vereins abgesagt. Klingt zunächst harmlos, ist es aber aus Ultras-Sicht nicht. Im Rahmen dieses Treffens sollten die Verantwortlichen nämlich einen Fragen-Katalog "ehrlich und transparent" beantworten.


96-Ultras können nicht mehr in den Spiegel schauen


Da dieser Punkt zu den ​drei Forderungen der Ultras zählte, sahen sie sich nun dazu gezwungen, den Stimmungsboykott wiederaufleben zu lassen - frei nach dem Motto "Nichts verschafft uns mehr Gehör als unser Schweigen". ​Weiter heißt es in der Mitteilung: "Wir machen niemandem einen Vorwurf, der trotzdem die Mannschaft in dieser sportlichen Situation unterstützt. Wir für uns können allerdings morgens nicht mehr in den Spiegel gucken, würden wir nach dieser bodenlosen Frechheit einfach so weitermachen, als wäre nichts gewesen."

Hannover 96 v Sport-Club Freiburg - Bundesliga

Eines steht fest: Das Team hätte die maximale Unterstützung verdient



Ohne in die Details gehen zu wollen, scheinen die Fronten zwischen Verein und der Ultra-Gruppierung zu verhärtet zu sein. Ein gemeinsamer Weg wurde nicht gefunden. Schade nur, dass offensichtlich beide Seiten vergessen haben, dass die Leidtragenden letztlich die Spieler sind. 


Die Roten liefern eine großartige Saison ab und hätten es verdient gehabt, im Schlussspurt vom ganzen Stadion unterstützt zu werden. Vielleicht sollte man aus Fan-Sicht das eine von dem anderen trennen. Damit würde man Größe zeigen und sich bundesweit noch mehr Gehör verschaffen. Andererseits wäre es natürlich auch nicht zu viel verlangt gewesen, die Podiumsdiskussion wie geplant durchzuführen.