Marius Wolf gehört in dieser Saison zu den Shootingstars bei Eintracht Frankfurt. Der 22-Jährige erhielt aufgrund seiner Leistungen unlängst großes Lob von Mitspieler Kevin-Prince Boateng, der sich Wolf schon bald im Dress der deutschen Nationalmannschaft wünscht. Trainer Niko Kovac nahm die Aussage des Mittelfeldspielers gelassen und verzichtet darauf, seine Schützlinge für die Nationalmannschaft zu empfehlen.

In den vergangenen Monaten gab es einige Spieler, die aufgrund ihrer Leistungen bei Eintracht Frankfurt nicht nur das mediale Interesse steigern konnten, sondern auch andere Vereine auf sich aufmerksam machten. Doch ein Akteur, dessen Durchbruch wohl nur die wenigsten erwartet haben, ist Marius Wolf. Der 22-jährige Mittelfeldspieler wurde im Januar 2017 für rund 500.000 Euro von Hannover 96 an die Eintracht verliehen, brachte es in der vergangenen Rückrunde jedoch nur auf 168 Spielminuten für die Hessen.

Dennoch entschied man sich dazu, das Leihgeschäft um ein Jahr zu verlängern - mit Erfolg. Mittlerweile hat sich Wolf unlängst zum Stammspieler entwickelt und absolvierte bislang 22 Pflichtspiele, in denen er fünf Tore erzielte und acht weitere Treffer vorbereitete. Dank einer im Leihvertrag verankerten Kaufoption wird die Eintracht den gebürtigen Coburger im Sommer fest verpflichten und mit einem Vertrag bis 2020 ausstatten.

Eintracht Frankfurt v 1. FC Koeln - Bundesliga

                 Erlebt derzeit seinen Durchbruch in der Bundesliga: Marius Wolf



​Seine momentane Form lässt aufhorchen, weshalb ​​Kevin-Prince Boateng vor wenigen Tagen im kicker deutlich machte: "Wenn der nicht Nationalspieler wird, höre ich auf mit Fußball." Man müsse "einen Riesenrespekt" vor Wolf haben, da man sich fragen müsse: "Wer ist in seinem Alter und viel besser?" Es sei "nicht normal", wie "abgeklärt und ruhig" er auf und neben dem Platz auftrete, weshalb für den 30-Jährigen klar ist: "Genau das wird ihn zum Nationalspieler machen. Der Junge weiß ganz genau, was er machen muss und arbeitet jeden Tag an seinem Körper. Langfristig wird er Nationalspieler, das ist ganz klar."


Nun nahm Kovac auf Bezug auf Boatengs Aussagen und ruderte ein wenig zurück: "Ich war auch Nationaltrainer. Bei uns gibt es viereinhalb Millionen, die alles wissen. In Deutschland gibt es 80 Millionen, die alles wissen", so der 46-Jährige laut hessenschau. Kovac heuerte im Januar 2013 als Trainer bei der kroatischen U-21 Nationalmannschaft an und wurde nur wenige Monate später Cheftrainer der A-Mannschaft, ehe er im September 2015 entlassen wurde. "Ich habe gelernt, dass ein Nationaltrainer Entscheidungen treffen muss", so Kovac.

​Doch diese Entscheidungen überlasse er am liebsten Bundestrainer Joachim Löw. "
Ich weiß, dass er das am besten kann und ich werde ihm mit Sicherheit keine Ratschläge geben", so der Erfolgstrainer der Eintracht. Allerdings würde er sich wohl kaum darüber beschweren, wenn er künftig den ein oder anderen Nationalspieler in seinen Reihen hätte, und sich vielleicht sogar Boatengs Voraussage bewahrheiten sollte.