Im ersten Moment konnte diesen Schritt von Jadon Sancho nicht jeder verstehen. Anstatt in der Premier League bei Manchester City unter Welttrainer Pep Guardiola zu reifen, packte der 17-Jährige seine Sachen und heuerte bei Borussia Dortmund an. Für den Engländer war es jedoch genau die richtige Entscheidung, wie er jetzt in einem ausführlichen Interview verriet.


Der BVB gilt bei Nachwuchsspielern inzwischen als eine absolute Top-Adresse - und zwar weit über die Grenzen der Bundesrepublik hinweg. Auch Jadon Sancho ließ die vielleicht beste Liga und den vermutlich besten Trainer der Welt hinter sich, um am Rheinlanddamm den nächsten Schritt zu machen. Im Interview mit ​BBC Sport verriet der Youngster nun, warum er diesen Wechsel bis heute nicht bereut hat.

Den Worten des jungen Fußballtalents ist ein gewisser Stolz zu entnehmen - in Bezug auf den Verein und die beeindruckende Südtribüne, vor der er im Trikot der Schwarz-Gelben auflaufen darf. "Für die erste Mannschaft zu spielen, vor der Gelben Wand – das ist ein wahr gewordener Traum", so Sancho.


Starke Entwicklung unter Stöger


Die Entwicklung unter Trainer Peter Stöger wird dem Nachwuchskicker ebenfalls gefallen. Vom Rückrundenstart an bis zum 21. Spieltag durfte er in vier Bundesligapartien in Folge auflaufen. Es gibt nicht viele 17-Jährige, die das von sich behaupten können. Hätte sich Sancho keine Bänderverletzung zugezogen, würden vermutlich noch mehr Einsätze auf seinem Konto stehen.

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Zugunsten des BVB verzichtete Sancho sogar auf eine Chance unter Pep



Eine zusätzliche Motivation erhielt der Junge, der im März volljährig wird, durch seine Rückennummer. Ihm wurde nämlich die große Ehre zuteil, zumindest nummerisch in die Fußstapfen von Ousmane Dembélé zu schlüpfen, der den BVB für über 100 Millionen Euro in Richtung FC Barcelona verlassen hatte. 


In die Fußstapfen von Dembélé: Die neue Nummer "7" des BVB


"Ich hätte eine beliebige Zahl genommen, aber die Sieben zu bekommen, war ein großer Ansporn für mein Selbstvertrauen. Darum geht es aber nicht. Sondern darum, mich hier zu beweisen. Deshalb bin ich hier", zeigt sich Sancho bescheiden und selbstbewusst zugleich. 

Diese Einstellung gab ihm einst auch die Möglichkeit, der "Hood", wie er den berüchtigten Londoner Bezirk Kennington nennt, zu entfliehen: "Ich wollte nur von dort wegkommen. Ich denke ständig daran, was hätte passieren können, wenn ich es nicht geschafft hätte." Jadon Sancho hat es geschafft - ganz zur Freude der Fans von Borussia Dortmund.