​Bundesliga-Vizemeister RB Leipzig bekommt es nach dem knappen Weiterkommen in der Europa League gegen den italienischen Serie-A-Topklub SSC Neapel in der kommenden Runde nun mit Zenit St. Petersburg zu tun. Wie schon gegen Napoli gehen die 'Bullen' auch gegen Zenit nicht unbedingt als Favorit ins Rennen. Vor allem die Erfahrung ist ein großer und möglicherweise entscheidender Vorteil für den russischen Topklub, dem RB Leipzig mit seiner jugendlichen Frische aber dennoch durchaus ebenbürtig gegenüberstehen kann.


Zenit St. Petersburg hat sich nach einer überraschenden 0:1-Pleite im Hinspiel der Runde der letzten 32 gegen den schottischen Rekordmeister Celtic Glasgow durch ein 3:0 das Ticket für die nächste Runde gesichert und dürfte vor allem aufgrund der internationalen Erfahrung auch gegen RB Leipzig eher als Favorit in die Spiele gehen. 

FC Spartak Moscow vs FC Zenit Saint Petersburg - Russian Premier League

Bringt durch seine Stationen in England, Italien und der Türke viel internationale Erfahrung mit: Zenit-Coach Roberto Mancini



Mit einem Durchschnittsalter von 27,2 Jahren befindet sich die Mannschaft von Trainer Roberto Mancini in einem guten Alter. Neben einigen erfahrenen Altstars wie Ex-Chelsea-Profi Branislav Ivanovic, Kapitän Domenico Criscito oder Yuri Zhirkov ist der Kader mit jungen und talentierten Spielern wie zum Beispiel dem argentinischen Trio Emmanuel Mammana, Leandro Paredes oder Marías Kranevitter bestückt, die bereits jetzt zu den Stammspielern zählen. Im Angriff ist Alexandr Kokorin die gefährlichste Waffe von Zenit, Unterstützung bekommt der russische Nationalspieler von Linksaußen Dmitri Poloz oder dem 22-jährigen Sebastian Driussi, einem weiteren Argentinier. Mehrere Profis des Kaders haben bereits Erfahrungen auf internationaler Bühne sammeln können. Kapitän Criscito kommt auf 61 Pflichtspiele, Routinier Ivanovic sogar auf 89. Somit haben allein die beiden Außenverteidiger in etwa so viel Erfahrung in Europa gesammelt wie der gesamte Kader von RB Leipzig zusammen. 


Was die Spielweise der Russen angeht, baut man unter Mancini - typisch italienisch - vor allem auf eine stabile Verteidigung. In der laufenden Saison in der heimischen Premier Liga stellt man mit 13 Gegentoren nach 20 Spielen die beste Defensive. In den letzten zehn Spielen kassierte man nur ein einziges Mal (bei der 1:3-Niederlage gegen den aktuellen Meister und Rekordtitelträger Spartak Moskau) mehr als einen Gegentreffer. Was das Toreschießen angeht, verteilt sich die Gefahr auf gleich elf Spieler, von denen zehn in der aktuellen Saison sogar mindestens doppelt getroffen haben. Bei eigenen Angriffen wird sowohl in der Luft als auch am Boden aber dennoch meist Zielspieler Kokorin im Sturmzentrum gesucht. Der 26-Jährige ist mit 19 Toren in 31 Pflichtspielen auch der mit Abstand gefährlichste Mann im Team. 


Für die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl dürfte vor allem das eigene Tempo der Ansatzpunkt und ein möglicher Schlüssel zum Erfolg sein. Die "Bullen" bringen mit einem Durchschnittsalter von 24,3 Jahren viel Geschwindigkeit mit und dürften vor allem über die Außen gegen die älteren Zenit-Verteidiger Criscito und Ivanovic ihre Chance wittern. Insgesamt braucht es jedoch mit Sicherheit zwei gute Auftritte der Leipziger, um sich gegen die erfahrene Truppe aus Russland durchzusetzen. Besonders im Hexenkessel in St. Petersburg darf man sich von der Atmosphäre und der hitzigen Stimmung der knapp 70.000 Zuschauer nicht unterkriegen lassen. Zeigt sich der Bundesliga-Vizemeister in beiden Spielen von seiner besten Seite und spielt defensiv stabil sowie offensiv mutig nach vorne, dürfte auch eine weitere (kleine) Europa-League-Überraschung mehr als möglich sein.