SALZBURG, AUSTRIA - NOVEMBER 23:  Munas Dabbur of Red Bull Salzburg celebrates after scoring the first goal during the UEFA Europa League group I match between FC Salzburg and Vitoria Guimaraes at Red Bull Arena on November 23, 2017 in Salzburg, Austria.  (Photo by Adam Pretty/Getty Images)

Jung und nur schwer zu schlagen: BVB-Gegner Red Bull Salzburg unter der Lupe

Das Duell in der Zwischenrunde der Europa League zwischen Borussia Dortmund und Atalanta Bergamo war denkbar knapp. Nach einem 3:2-Erfolg im Hinspiel tat sich der BVB im gestrigen Rückspiel über weite Strecken schwer und erzielte erst in der Schlussphase das wichtige Tor zum 1:1-Ausgleich, wodurch sich die Mannschaft von Peter Stöger erfolgreich für das Europa-League-Achtelfinale qualifizierte. 


In der Runde der letzten 16 trifft Schwarz-Gelb auf Red Bull Salzburg. Für Stöger ist der österreichische Tabellenführer kein unbekannter Gegner, trainierte der 51-Jährige einst den SC Wiener Neustadt und Austria Wien in der österreichischen Bundesliga. In der Vergangenheit schlossen sich immer wieder Spieler der Salzburger Schwesternverein RB Leipzig an, doch den elffachen Meister sollte man nicht unterschätzen. Im Folgenden nehmen wir Red Bull Salzburg etwas näher unter die Lupe und blicken unter anderem auf den derzeitigen Kader und den bisherigen Werdegang in der Europa League.

1. Der Trainer

Vor der Saison trat Marco Rose die Nachfolge von Oscar Garcia als Cheftrainer von Red Bull Salzburg an. Der 41-Jährige wechselte im Sommer 2013 von Lokomotive Leipzig in die Jugendabteilung der Salzburger und betreute in den vergangenen Jahren zunächst die U-16 und danach sowohl die U-18 als auch die U-19 von RB. 


Die Bilanz seiner bisherigen 40 Pflichtspiele kann sich sehen lassen: Unter seiner Leitung gingen die Salzburger nur ein einziges Mal als Verlierer vom Platz und sammelten bei 26 Siegen, 13 Unentschieden sowie eines Verhältnisses von 85:22 Toren im Schnitt 2,28 Punkte pro Spiel. Aktuell sind Rose und seine Spieler seit dem 22. August vergangenen Jahres (0:1 bei Sturm Graz) ungeschlagen, doch auf zwischenzeitlich fünf Siege in Serie folgten im Dezember vier Unentschieden in Folge. Insgesamt ist der gebürtige Leipziger vom Schnitt her nur knapp unter der Marke von Vorgänger Garcia, der in 73 Partien durchschnittlich 2,28 Punkte pro Spiel holte. 


Im November wurde er mit einem Wechsel zum 1. FC Köln in Verbindung gebracht, doch Rose  war nicht daran interessiert, Salzburg zu verlassen - was die Spieler mit Sicherheit gefreut haben dürfte. Wie Laola1 berichtet, sei Rose ein Menschenfänger, der es verstehe, mit jungen Spielern umzugehen und der es schaffe, die Mannschaft stets bei Laune zu halten. Neben dem sportlichen Geschehen komme bei ihm auch der menschliche Aspekt nicht zu kurz, was ein Teil seines Erfolgsrezepts sei.

2. Der Mannschaftskader

Der Kader von Red Bull Salzburg besteht überwiegend aus jungen Talenten - ähnlich wie bei Schwesternverein RB Leipzig. Die ältesten Akteure sind Torwart und Kapitän Alexander Walke (34), Linksverteidiger Andreas Ulmer (32) und Mittelfeldspieler Christoph Leitgeb (32). Das Durchschnittsalter des 24-Mann großen Aufgebots beträgt bei einem Gesamtmarktwert von 49,5 Millionen Euro 23,7 Jahre.


Aushängeschild ist Stürmer Munas Dabbur, der im Sommer 2016 von den Grasshoppers Zürich verpflichtet wurde und vor Saisonbeginn von einer Leihe an seine alte Arbeitsstätte zurückkehrte. In insgesamt 36 Pflichtspielen erzielte er 20 Tore, legte zudem weitere sieben Treffer vor. In der Europa League traf er bislang vier Mal und ebnete mit seinem Tor zum 1:0 gegen Real Sociedad San Sebastian den Weg ins Achtelfinale. Generell sind die Salzburger im Sturm breit besetzt, insgesamt vier Akteure kämpfen um einen Platz neben Dabbur: Hee-Chan Hwang, Takumi Minamino, Fredrik Gulbrandsen und Patson Daka. Mit zehn Toren ist Gulbrandsen der erfolgreichste der vier Stürmer, doch insgesamt kommen alle regelmäßig zum Zug.


Das Mittelfeld besteht meist aus den Jungen Amadou Haidara, Diadie Samassekou, Xaver Schlager und Ex-Bielefelder Reinhold Yabo. Allen voran Haidara und Samassekou steigern ihren Wert seit einigen Monaten beachtlich und gehören mit zu den größten Talenten von RB, die beide - genau wie Schlager - vom Farmteam aus Liefering stammen. 


Während in der Abwehr mit Ulmer und Paulo Miranda auch ältere Spieler zum Zuge kommen, ist Walke trotz seiner 34 Jahre im Tor gesetzt und geht als Mannschaftskapitän voran. Durch seine Erfahrung scheint er ein wichtiger Faktor für Roses Mannschaft zu sein, weshalb die Konkurrenz um Cican Stankovic und Carlos Miguel kein Vorbeikommen findet. 

3. Tabellarische Situation in der Liga

In den vergangenen Jahren wurde Red Bull Salzburg mehr oder weniger entspannt österreichischer Meister. In dieser Saison lieferte sich RB über weite Strecken einen Zweikampf mit Sturm Graz, doch seitdem man am 21. Spieltag mit einem 2:1-Sieg über den FC Admira Wacker die Tabellenführung eroberte, haben es Rose & Co. geschafft, sich ein wenig abzusetzen. Vor dem 24. Spieltag liegen die Salzburger mit 52 Punkten an der Spitze und haben bereits sieben Zähler Vorsprung auf Graz, das seit vier Ligaspielen nicht mehr gewinnen und im neuen Jahr nur einen einzigen Punkt holen konnte, während RB die vergangenen drei Partien in der Liga allesamt gewann.

4. Werdegang in der Europa League

Wie bereits seit einigen Jahren ist RB Salzburg auch in dieser Saison in der Champions-League-Qualifikation gescheitert und musste nach einem 1:1 und 0:0 gegen HNK Rijeka in der dritten Qualifikationsrunde in der Europa League antreten, nachdem man die Duelle gegen den FC Viitorul mit 3:1 und 4:0 für sich entscheiden konnte.


In der Gruppenphase bekamen es die Österreicher mit Olympique Marseille, Atiker Konyaspor und Vitoria Guimaraes. Auf dem Papier mag RB hinter Marseille nur zweite Kraft der Gruppe sein, doch die Mannschaft von Marco Rose setzte sich souverän mit zwölf Punkten als Gruppensieger durch. Eine Niederlage gab es dabei keine, stattdessen erreichte man gegen jeden Gegner einen Sieg sowie ein Unentschieden. 


In der Zwischenrunde traf man auf Real Sociedad San Sebastian aus Spanien. Die Basken sind aktuell auf Platz zwölf der Primera Division, schienen jedoch gegen die Salzburger der Favorit zu sein. Im Baskenland erkämpfte man sich ein 2:2-Unentschieden, wobei der Ausgleichstreffer durch Minamino erst in der 94. Minute fiel. Das Rückspiel vor heimischer Kulisse entschied man mit 2:1 für sich, das entscheidende Tor erzielte Valon Berisha in der 74. Minute. Aufgrund der bisherigen Bilanz dürfte man sich bei Borussia Dortmund bewusst sein, dass der kommende Gegner (8.3, 15.3) alles andere als ein angenehmer Gegner wird.