​Die größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte des ​FC Bayern München sind untrennbar mit dem Namen Arjen Robben verbunden, alleine wegen seines Siegtreffers im CL-Finale gegen Dortmund 2013 genießt der Niederländer in München Legendenstatus. Doch selbst das reicht nicht aus, um die Zeit anzuhalten - wenn Robben bleiben will, sollte er das akzeptieren.


Eigentlich gibt es beim ​FC Bayern momentan keinen Grund, sich über irgendetwas Sorgen zu machen. Die deutsche Meisterschaft ist quasi sicher, genauso das Viertelfinale in der Champions League. Im Pokal ist man ebenfalls noch vertreten und selbstredend Topfavorit auf den Titel. Jupp Heynckes hat es geschafft, aus einer Ansammlung von Stars wieder ein Team zu formen, in dem sich jeder dem Erfolg unterordnet - jeder bis auf Arjen Robben.


"Wenn ich jetzt meine Emotionen ausspreche, bin ich morgen bei Brazzo oder Herrn Rummenigge," sprach der Niederländer nach dem 5:0-Sieg gegen Besiktas ins Sky-Mikrofon und ließ damit tief blicken. Sein Team ist quasi eine Runde weiter, und dennoch ist Robben frustriert, weil er zu Spielbeginn zunächst auf der Bank saß. Mit dem Ehrgeiz, der ihn in seiner Karriere so weit gebracht hat, hat das nichts zu tun. Der 34-Jährige stellt sich damit über die Mannschaft - und das wird nicht nur in München höchst ungern gesehen.


An sich ist es ja nichts Schlechtes, dass Robben immer noch jedes Spiel machen will. Dass das bei einem Kader, wie ihn die Bayern mittlerweile haben, nicht geht, sollte ihm aber klar sein. Es ist völlig egal, wen Heynckes von Beginn an aufstellt - es werden sich immer Spieler auf der Bank wiederfinden, die bei jedem anderen Bundesligisten eine Stammplatzgarantie hätten. 



Gegen Besiktas begann für Robben mit James Rodriguez der Torschützenkönig der letzten WM, neben dem Niederländer saß Franck Ribéry draußen. Während der Franzose sich damit abgefunden hat, nicht mehr jedes Spiel zu beginnen, scheint das seinem Pendant auf rechts nicht wirklich zu gelingen. Besonders, dass er den Weg über die Öffentlichkeit sucht, wird den Verantwortlichen sauer aufstoßen.


Mit dieser Einstellung entfernt sich Robben sukzessive von seinem Ziel, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag in München nochmal zu verlängern. Der Umbruch auf den Flügeln muss konsequent vorangetrieben werden, mit Serge Gnabry kommt zur neuen Saison mindestens eine weitere Alternative dazu - die Spielzeit für Robben wird also eher noch mehr abnehmen. 


Uli Hoeneß wird in den nächsten Wochen also ganz genau hinschauen. Sollte die Nummer Zehn der Bayern weiterhin aller Welt seine Unzufriedenheit kundtun, wird es trotz seiner Verdienste schwierig, noch ein Jahr in München zu bleiben. Denn, und das würden Hoeneß und Rummenigge sicher unterschreiben: Kein Spieler ist größer als der Verein.