Nachlegen für den Klassenerhalt. Der 1. FSV Mainz 05 will nach dem Auswärtserfolg von Berlin im Keller-Duell gegen den VfL Wolfsburg den nächsten wichtigen Sieg einfahren. Ob die prominenten Winter-Neuzugänge Nigel de Jong und Anthony Ujah dann in der Starelf stehen, ist zumindest fraglich. Trainer Sandro Schwarz stellte sich dennoch demonstrativ hinter seine beiden Star-Einkäufe.


In der Winterpause wartete Mainz 05 mit überraschenden Transfers auf. Mit Anthony Ujah und vor allem Nigel de Jong kamen zwei Star-Einkäufe an den Bruchweg, die auf den ersten Blick so gar nicht zur Philosophie der Rheinhessen passen.


Vize-Weltmeister de Jong kehrte nach neun Jahren ablösefrei von Galatasaray Istanbul in die Bundesliga zurück. In der Türkei kam der 33-Jährige in der ersten Saisonhälfte zu keinem Einsatz, soll aber in Mainz im defensiven Mittelfeld als Führungsspieler vorangehen. Viermal stand der Niederländer in der Bundesliga-Rückrunde in der Startelf - die mangelnde Spielpraxis war ihm dabei deutlich anzumerken. ​Beim so wichtigen Mainzer Auswärtssieg in Berlin vergangenen Freitag schmorte de Jong 90 Minuten auf der Bank.


Für Sandro Schwarz sei der Routinier dennoch wichtig: "Nigel war am Wo­chen­en­de in der Rolle, uns in der Ka­bi­ne zu hel­fen. Das haben wir im Vor­feld im Hotel be­spro­chen. Und er hat das sehr gut ge­macht“, sagte der Mainzer Trainer gegenüber der Bild

Und auch bei Anthony Ujah mag er nicht von einem Fehleinkauf sprechen. "Man darf nicht ver­ges­sen, dass er seit No­vem­ber nicht mehr ge­spielt hat“, meinte er angesichts der mageren 25 Minuten, die der Nigerianer in der Bundesliga bislang für Mainz auf dem Platz stand. "Wir haben volls­tes Ver­trau­en in ihn und wir wis­sen auch, dass seine Zeit noch kom­men wird“, versicherte Schwarz.


Ujah spielte zuletzt 1,5 Jahre in China, wo er mit Liaoning FC in die zweite Liga abgestiegen war. 3,8 Millionen Euro Ablöse war den Mainzern die Rückkehr des Mittelstürmers wert. Ujah spielte bereist in der Saison 2011/2012 am Bruchweg.


Keller-Duelle gegen Wolfsburg und den HSV


Trotz des ersten Dreiers in Berlin nach drei Niederlagen in Serie, stehen die Rheinhessen vor dem 24. Spieltag weiter auf dem Relegationsplatz. Die Situation im Abstiegskampf könnte sich aber nach den nächsten beiden Partien grundlegend verbessern. Die Mainzer treffen zunächst am Freitag auf den nur einen Zähler besseren VfL Wolfsburg (20.30 Uhr) und reisen eine Woche später zum Tabellen-17. nach Hamburg (Samstag, 15.30 Uhr). Zwei Siege gegen die direkten Konkurrenten und Mainz würde mit dann 29 Punkten ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt gelingen.


Zumindest Nigel de Jong könnte dabei schon gegen die Wölfe ​am Freitagabend in die Startelf zurückkehren. Verraten wollte das Sandro Schwarz auf der Pressekonferenz am Donnerstag aber noch nicht. "Wir werden sehen, ob er in der Startelf steht oder nicht", gab sich der 39-Jährige bedeckt. 

Schwartz erklärte auch, dass Anthony Ujah so fit sei, "dass er morgen von Anfang an auf dem Platz stehen könnte". Der 27-jährige Angreifer wird sich aber wohl weiter gedulden müssen und erneut auf der Bank Platz nehmen.