Als neuer Sponsor vom FC Bayern München löst die Fluglinie Qatar Airways das deutsche Unternehmen Lufthansa ab und katapultiert sich damit in die Platinkategorie neben Adidas, Allianz und Deutsche Telekom. ​Zwischen Heimatverbundenheit und Internationalisierung, der Spitzenverein muss Wege finden, um wirtschaftlich mit den ganz Großen mitzuhalten zu können.


Nach 16 Jahren findet die Partnerschaft zwischen Bundesligist Bayern München und der Fluggesellschaft Lufthansa ein Ende. Auch wenn das Unternehmen den Vertrag gerne verlängert hätte, die finanziellen Mittel reichten dafür nicht aus. 

"Wir hätten unsere Partnerschaft mit dem FC Bayern gerne fortgeführt", sagte ein Sprecher dem Business Insider. "Jedoch haben wir nicht die Möglichkeiten einer staatlich subventionierten Airline und müssen insofern auf die Verhältnismäßigkeit des Engagements achten. Hier stehen wir in der Verpflichtung gegenüber unseren Aktionären und Mitarbeitern." 


Der Humor ist dem Konzern dennoch nicht abhanden gekommen:

​​Nun also Qatar Airways. Die Fluglinie übernimmt den Vertrag des Hamad International Airport in Katars Hauptstadt Doha ab dem 1. Juli 2018 bis mindestens 2023 und erscheint ab kommender Saison auf dem Ärmel des Bundesligisten. 


Damit geht der Verein einen weiteren Schritt aus Bayern heraus und in die Welt hinein. Denn Weißwürste bringen keine internationale Reputation. Und eben diese wird zunehmend angestrebt. Und zwar vor allem in den USA und China. 


„Qatar Airways expandiert gegenwärtig und erschließt sich neue Destinationen auf dem asiatischen sowie amerikanischen Markt. Das kommt unserer Internationalisierung entgegen, hier werden wir gemeinsame Strategien entwickeln können“, sagte der Marketing-Vorstand des Klubs, Carsten Jung, der FAZ.


So geht es einerseits um die internationale Reputation, vor allem aber um Geld. Die genaue Summe ist nicht bekannt, es werden jedoch einige Millionen mehr sein als die Lufthansa in der Lage war zu zahlen. 


Damit macht sich der Champions-League-Teilnehmer fit für die Zukunft. Aufgrund fehlender Fernsehgelder und privater Sponsoren (von Ausnahmen abgesehen), kann der deutsche Fußball wirtschaftlich nicht mit anderen Topligen aus Europa mithalten. 


So müssen sich Vereine ihre Wege in die Konkurrenzfähigkeit mit Riesen wie Paris Saint-Germain, Real Madrid oder Manchester City auf anderem Wege finanzieren. 
​Denn auch der heimatverbundenste Bayern-Fan will auf Mittwochabend-Spiele gegen Spitzenteams aus der Champions League nicht verzichten.