Abstiegskracher oder Schicksalsspiel. Egal wie man das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem HSV bezeichnen will - für beide Teams geht es am Samstag um sehr viel. Aus Sicht des HSV vielleicht sogar schon um alles. Werder geht mit der deutlich besseren Ausgangsposition in diese "besondere Partie". Florian Kohfeldt stehen dabei alle Spieler zur Verfügung. Auch der Kapitän ist wieder an Bord.


Am Samstag treffen Werder Bremen und der Hamburger SV zum 108. Mal im Nordderby in der Bundesliga aufeinander (18.30 Uhr). Selten war das Duell der Rivalen so schicksalhaft wie am 24. Spieltag: Ein Heimsieg für Werder und der HSV stünde vor dem ersten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte. Die Bremer hätten dann zehn Spieltage vor Ende der Saison neun Punkte Vorsprung auf den Erzrivalen.


Der HSV könnte den Abstiegskampf mit dem ersten Sieg unter Bernd Hollerbach dagegen noch spannender machen und wieder näher an den 15. Platz heranrücken. Dass am Freitagabend der 16. Mainz gegen den VfL Wolfsburg (14.) spielt, bringt zusätzliche Brisanz für das Derby. 


Ihre Vorfreude auf die Partie am Samstagabend haben beide Lager unter der Woche schon herausgestellt. Werder will nach der bitteren 0:1-Niederlage in Freiburg wieder in die Erfolgsspur zurück. Für Trainer Florian Kohfeldt wird es das erste Derby als Chef an der Seitenlinie. Dabei stehen dem 35-Jährigen wohl alle Spieler zur Verfügung.

Kapitän Zlatko Junuzovic wird gegen den HSV wieder auflaufen können, nachdem er in Freiburg wegen muskulärer Probleme passen musste. ​Der österreichische Nationalspieler ist bereits am Mittwoch wieder ins Teamtraining eingestiegen. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag bestätigte Kohfeldt, dass auch die zuletzt angeschlagenen Philipp Bargfrede und Aron Johannsson einsatzbereit sind. Bei den beiden hätte es sich bei ihrer Trainingspause lediglich um eine bewusste "Steuerung" gehandelt, so der Werder-Coach.

Trotz der besonderen Vorzeichen glaubt Milos Veljkovic nicht, dass das Duell mit dem HSV eine Vorentscheidung ist. "Ein Sieg wäre ein guter Schritt, aber egal ob wir gewinnen oder verlieren geht der Abstiegskampf weiter", glaubte Werders Innenverteidiger auf der Pressekonferenz.

Für die Gastgeber mag das stimmen - der HSV kann sich im "​Schicksalsspiel" dagegen keine weitere Niederlage erlaube. Vorentscheidung hin oder her: Das Nordderby verspricht ein echter Abstiegskrimi zu werden.