"Unfassbar geil aufs Gewinnen". Das seien Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann und sein Team vor dem Baden-Duell gegen den SC Freiburg am Samstag. Die TSG ist ins "graue Mittelfeld" der Bundesliga abgerutscht - auch weil die Kraichgauer Säulen wie Sebastian Rudy durch Youngster wie Dennis Geiger ersetzt haben. 


Die Saison von 1899 Hoffenheim verläuft sehr wellenförmig. Im vergangenen Jahr schien es für das Team von Julian Nagelsmann noch ausschließlich bergauf zu gehen - am Ende sprang mit Rang vier zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Qualifikation für den Europapokal heraus. Nach einem starken Start in die neue Bundesliga-Saison gerieten die "Gipfelstürmer" aus dem Kraichgau aber ins Stocken. Schon achtmal verließ die TSG den Platz als Verlierer - nach 23. Spieltagen schon doppelt so oft wie in der kompletten vergangenen Spielzeit.


So wie zuletzt auf Schalke. Durch die 1:2-Niederlage rutschten die Kraichgauer endgültig ins Mittelmaß der Liga ab. Die Realität heißt aktuell Platz neun mit sechs Punkten Rückstand auf die Europa-Pokal-Ränge. "Ich schiele in der Tabelle aktuell nicht nach oben. Wir stehen gerade eher im grauen Mittelfeld", sagte Nagelsmann auf der Pressekonferenz am Donnerstag deshalb.


Am Samstag empfängt der 30-Jährige mit seinen Mannen den SC Freiburg zum Baden-Duell (15.30 Uhr). "Das Team und ich sind unfassbar geil aufs Gewinnen und diese Lust wird zu selten gestillt", drückte Nagelsmann seine Vorfreude aus. Der jüngste Coach der Bundesliga glaubt, "eine solch schwierige Phase" gehöre für "das Team, das Trainerteam und mich zum Reifeprozess dazu". Die Saison sei aber noch nicht vorbei, man habe immer noch "die Chance, es besser zu machen".


Hoffenheimer Youngster noch nicht etabliert


Die Entwicklung in Hoffenheim geriet auch deshalb etwas ins Stocken, weil mit Niklas Süle und Sebastian Rudy zwei tragende Säulen im Sommer abgegeben wurden. Im Winter folgte mit Sandro Wagner der dritte TSG-Spieler zu den Bayern. Selbst Nagelsmanns Freiburger Trainer-Kollege Christian Streich stellte vor dem Duell heraus, dass man "einen Rudy" nicht einfach so ersetzten könne.

Aufgefangen wurden die Abgänge bislang unter anderem durch Shootingstar Dennis Geiger aus der eigenen Jugend oder den 22-jährigen Österreicher Florian Grillitsch, der im Sommer aus Bremen kam. "Es ist für die Entwicklung junger Spieler immer wichtig, dass ein stabiles Konstrukt um sie herum existiert", betonte Nagelsmann. 


Das geriet aber durch die Abgänge und auch durch ​einige Verletzungen wie aktuell bei Kerem Demirbay ins wanken. So müssen einige unerfahrene Spieler in die Bresche springen - Spieler die naturgemäß einigen Schwankungen ausgesetzt sind. "Nicht jeder Jugendspieler ist sofort ein gestandener Profi", erklärt der TSG-Coach.


Die durchwachsenen Ergebnisse lassen sich dadurch erklären. Dennoch wird den Youngstern im Kraichgau diese "schwierige Phase" in ihrer Entwicklung weiterhelfen. Ein Platz in Europa ist so aber eher unrealistisch. Das wird wohl auch Nagelsmann wissen.