Ein Torjäger war Franco Di Santo schon lange nicht mehr, weswegen er von Trainer Domenico Tedesco in dieser Saison immer wieder auf anderen Positionen eingesetzt wurde. In den Spielen gegen Bayern München (1:2) und 1899 Hoffenheim (2:1) fungierte der Argentinier hinter der Doppelspitze, die aus Breel Embolo und Guido Burgstaller bestand. Die neue Rolle scheint ihm jedenfalls zu gefallen, wie er heute offenbarte.

Sechs Millionen Euro investierte der FC Schalke 04 im Sommer 2015 für Franco Di Santo. Der Argentinier mit italienischen Wurzeln erzielte zuvor 13 Tore in 26 Einsätzen für Werder Bremen und war maßgeblich an der guten Saison der Bremer beteiligt, die damals zum Ende hin auf dem achten Tabellenplatz landeten. Auf Schalke verlor er seinen Torriecher und erzielte bis dato in insgesamt 72 Pflichtspielen gerade einmal zwölf Tore, nur fünf davon fielen in der Bundesliga.

​Aktuell steht der 29-Jährige bei insgesamt vier Toren in dieser Saison und zeigt damit schon eine erheblichere Steigerung zur vergangenen Spielzeit, in der er es versäumte, den Ball auch nur ein einziges Mal im Tor unterzukriegen. Doch er steht ohnehin schon nicht mehr in dieser Verantwortung, dafür sind andere Spieler in der Mannschaft gefragt.

​Allerdings erzielte er beim 1:2 in München sein erstes Tor in der Rückrunde und bestach in neuer Rolle: Tedesco setzte im offensiven Mittelfeld auf Di Santo, setzte ihn dabei zwischen die vier Spieler im Mittelfeld sowie die Doppelspitze im Sturm. Gegen den Ball zeigte er sich dabei  läuferisch stark und ging sowohl tiefe Wege in die Defensive als auch in die Offensive. Der Argentinier überzeugte zuletzt generell als Arbeitstier, indem er einen Kilometer nach dem anderen abspult und sich für die Mannschaft aufopfert.

​"Zusammen mit Burgi und Breel in der Offensive habe ich in den vergangenen beiden Partien die 10er-Position eingenommen. Ich habe dort andere Aufgaben, fühle mich aber wohl und weiß, was der Trainer von mir verlangt", sagte Di Santo. Es sei "schön, positive Kritiken zu bekommen", doch seine Leistungen wolle er nicht anhand von Toren ausmachen. Stattdessen sei es ihm wichtiger, wenn man auf seine gesamte Rolle im Schalker Konstrukt achte: "Man kann aber nicht pauschal sagen, dass ein Spiel für mich nur dann erfolgreich ist, wenn ich treffe. Ich freue mich, wenn die Leute sehen, dass ich auch viele andere Aufgaben auf dem Platz erledige."

Am kommenden Wochenende reist der FC Schalke zu Bayer 04 Leverkusen. Die 'Werkself' liegt aktuell auf Platz vier und hat sich unter Heiko Herrlich wieder zu einer Spitzenmannschaft entwickelt. Di Santo tritt der Aufgabe jedoch selbstbewusst entgegen: "Wir sind voll fokussiert und wissen dass wir aktuell ganz gut drauf sind." Insgesamt wolle man sich hauptsächlich auf sich selbst konzentrieren. "Entscheidend bei Bayer Leverkusen wird unsere Leistung sein, da schauen wir nicht auf die anderen Teams."

Auch gegen die Leverkusener dürfte Tedesco wohl kaum auf Di Santo verzichten, der vermutlich zum dritten Mal in seiner neuen Rolle als 'Zehner' aufläuft. Wenn er dort wieder seine Leistung abruft, könnte er erneut einen wichtigen Anteil am Spiel des FC Schalke haben und für den möglichen zweiten Sieg in Folge von hoher Bedeutung sein.