Deutlicher 5:0-Erfolg gegen Besiktas. Der FC Bayern kann das Viertelfinal-Ticket für die Champions League schon nach dem Hinspiel buchen. Ins Träumen geraten die Bayern-Stars deshalb aber nicht - und sehen sich weiter nicht als Favorit für den Titel in der Königsklasse. Präsident Uli Hoeneß hält die Triple-Träume ohnehin für "Schwachsinn". Nur einer glaubt "alles ist möglich".


In der Bundesliga enteilt, im Pokal im Halbfinale. Am Dienstagabend kam der ​5:0-Kantersieg gegen Besiktas Istanbul im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals hinzu. Gedanken an die Triple-Saison von 2013 kommen beim FC Bayern derzeit unweigerlich in den Sinn.


Nich so bei Präsident Uli Hoeneß. Der reagierte auf die Frage nach einem möglichen Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Triumph gereizt: "Nein. Das ist alles Schwachsinn! Wir müssen von Runde zu Runde denken. Wir haben jetzt eine gute Ausgangsposition fürs Viertelfinale und dann sehen wir weiter", polterte er nach dem Sieg gegen Besiktas am Sky-Mikrofon.


Jupp Heynckes war schon der Macher 2013. Es gäbe kaum noch Superlative, würde ein zweites Triple unter seiner Regie gelingen. Doch auch die Trainer-Ikone gab sich zurückhaltend: "Ich denke da überhaupt nicht daran. Die Champions League ist ein anderer Wettbewerb und wir müssen uns noch weiter steigern", so der 72-Jährige. Das Ganze sei ohnehin nur ein Gedankenspiel der Journalisten, meinte Heynckes weiter.


Triple? Bayern für Lewandowski und Boateng nicht der Favorit


Ähnlich äußerte sich auch sein Torjäger Robert Lewandowski, der mit seinem Doppelpack das Ergebnis am Ende auf 5:0 schraubte. "Nein. Ich sage immer noch, dass wir nicht der Favorit auf den Champions-League-Sieg sind. Nach einem Spiel mit einem Mann mehr kannst du nicht sagen, dass es ein perfektes Spiel war", meinte der Pole nach der Partie in der Mixed-Zone der Allianz-Arena.

Ob bewusst oder unbewusst - daran glauben, dass es im Rückspiel gegen Besiktas noch einmal eng werden könnte, wollte Lewandowski aber nicht. Der 29-Jährige sagte, man müsse genauso konzentriert in die nächsten Spiele gehen und sprach dabei schon von den kommenden Runden.


Weltmeister Jerome Boateng wollte ebenfalls "noch nicht so weit gehen" die Bayern als Favoriten auf den Champions-League-Titel zu sehen. "Allerdings wissen wir, dass wir dazu in der Lage sind, in diesem Wettbewerb weit zu kommen. Aber wenn wir gegen einen anderen Gegner eine solche erste Halbzeit hinlegen, liegen wir schnell 0:2 oder 0:3 zurück", mahnte der Innenverteidiger im Gespräch mit dem kicker.

Kimmich humorlos - Müller mit einem Augenzwinkern


Kollege Joshua Kimmich, der das 3:0 von Thomas Müller per Flanke aufgelegt hatte, wurde beim ZDF gefragt, ob er glaube, es könnte im Rückspiel noch einmal spannend werden. "Wir werden dafür sorgen, dass es nicht so weit kommt", antwortete der 23-Jährige.


Etwas lockerer und optimistischer als seine Kollegen gab sich Thomas Müller. Der Bayern-Kapitän hatte nach dem Spiel auch allen Grund dafür gut drauf zu sein. ​Es "müllerte" wieder in München - der Weltmeister war der überragende Mann auf dem Platz und erzielte seine beiden Treffer in typischer Manier. "Natürlich ist das ein super Ergebnis für das Rückspiel, wir wussten aber, dass wir liefern müssen. Denn in der Türkei gibt das ein ganz anderes Spiel", meinte der 28-Jährige.


Das dürfte nach dem klaren Ergebnis vom Dienstagabend nicht mehr ganz so unangenehm werden. Müller war jedenfalls zu Späßen aufgelegt. "Alles ist möglich" entgegnete er der "Schwachsinn"-Aussage seines Präsidenten zu den Triple-Träumen mit einem breiten Grinsen.