Jupp Heynckes änderte seine Startelf gegen Besiktas Istanbul gleich auf neun Positionen. Nach dem klaren 5:0-Erfolg musste der 72-Jährige eingestehen, dass die vielen Wechsel die Mannschaft aus dem Rhythmus gebracht haben. In Zukunft wolle er das nicht mehr machen.


​Im Vergleich zum letzten Bundesliga-Spiel in Wolfsburg blieben gegen Besiktas Istanbul nur Torhüter Sven Ulreich und Javi Martinez in der Startelf. Bayern-Trainer Jupp Heynckes rotierte beim Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League fast komplett.


Für Mats Hummels, Joshua Kimmich, Arturo Vidal und Co. lag somit eine Pause von zehn Tagen zwischen ihrem letzten Pflichtspiel gegen Schalke 04 und dem Auftritt in der Königsklasse am Dienstagabend. Und den Bayern-Stars war die Pause in der Anfangsphase auch deutlich anzumerken. Behäbig und nervös im Spiel nach vorne, offenbarten die Bayern auch Probleme in der Rückwärtsbewegung. "Nervös. Fahrig. Nicht flüssig. Nicht präzise. So kenne ich meine Mannschaft eigentlich gar nicht", lautete deshalb auch das Fazit von Heynckes zum ersten Abschnitt.


"Vieles war Stückwerk", so die Trainer-Ikone weiter. In der Ansprache zur Mannschaft in der Halbzeitpause habe er das fehlende Vertikalspiel und auch das schwache Spiel gegen den Ball bemängelt. Nach der Partie sah er in den vielen Wechseln im Vergleich zum Wolfsburg-Spiel einen möglichen Ansatz für die schlechte erste Halbzeit. "Das war heute mit ein Grund, dass wir nicht so flüssig reingefunden haben. Wir hatten den ein oder anderen Spieler, der bis zu zehn Tage nicht mehr gespielt hatte. Das werde ich nicht mehr machen", betonte Heynckes am ZDF-Mikrofon. 

Heynckes will Balance zwischen Spielrhythmus und Rotation finden


Am Ende setzte sich der Rekordmeister dennoch ​souverän mit 5:0 durch und kann bereits für die Runde der letzten Acht planen. Das lag vor allem am frühen Platzverweis für Domagoj Vida (16. Minute), ​Thomas Müller in "Müller-Form" und der Leistungssteigerung im zweiten Durchgang. "Der Schlüssel zum Erfolg war der Platzverweis und später das 1:0 noch vor der Pause", befand auch Heynckes.


Trotz seiner Ankündigung: Am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Hertha BSC (15.30 Uhr) wird es wohl erneut einige Veränderungen in der Anfangsformation geben. "Dass jeder mal draußen sitzen muss, ist sonst mit ein Schlüssel zum Erfolg", meinte Heynckes. Der 72-Jährige wird aber seine Lehren aus der wackeligen Anfangsphase gegen Besiktas gezogen haben. Vor den entscheidenden Spielen in der Königsklasse ist ein kompletter Wechsel der Startelf nicht mehr zu erwarten. Rotation light statt Rotation total also in den kommenden Wochen.