Am Montag flüchtete Martin Schmidt aus Wolfsburg - am Dienstag leitete der neue Wölfe-Coach Bruno Labbadia bereits seine erste Einheit. Bei seiner Vorstellung erklärte der 52-Jährige, warum er sich für den VfL entschieden und "ligaunabhängig" unterschrieben habe. Die kurze Zeit bis zum Showdown in Mainz wolle er bestmöglich nutzen.


Es war der Paukenschlag Anfang der Woche: Martin Schmidt ist am Montagvormittag nach nur fünf Monaten als Trainer des VfL Wolfsburg zurückgetreten. ​Die abstiegsbedrohten Wölfe mussten schnell reagieren und präsentierten Bruno Labbadia am Tag darauf als ​Nachfolger. Der 52-Jährige hat in der Autostadt einen Vertrag bis Sommer 2019 unterschrieben. "Ligaunabhängig", wie er bei einer Medienrunde zu seiner Vorstellung am Dienstag verriet. Zuvor leitete Labbadia bereits seine erste Trainingseinheit mit dem neuen Team.

259 Mal stand der ehemalige Stürmer in der Bundesliga für Bayer Leverkusen, den VfB Stuttgart und den Hamburger SV an der Seitenlinie. Seit September 2016 wartete Labbadia auf eine neue Aufgabe und war schon zuvor unter anderem bei Werder Bremen im Gespräch. "Jetzt habe ich einfach auf mein Bauchgefühl gehört", begründete er seine Entscheidung für den VfL. "Ich muss wieder rein, und ich will auch wieder rein, das habe ich seit ein paar Monaten gespürt. Der Zeitpunkt und auch der Verein haben in diesem Moment gepasst", erklärte Labbadia.


Jede Stunde zählt - Showdown in Mainz


Ihm bleibt nur wenig Zeit, sein neues Team kennenzulernen. Am Freitagabend steht bereits das Duell mit dem direkten Konkurrenten Mainz 05 an (20.30 Uhr). Sollte Labbadia bei seinem Debüt erfolgreich sein, ​könnten die Wolfsburger den Abstand auf den Relegationsplatz auf vier Punkte ​ausbauen. In den Gesprächen mit Sportdirektor Olaf Rebbe sei deshalb auch nicht die Zeit gewesen sich "groß abzutasten". Vielmehr ginge es in der aktuellen Situation darum, "schon am Freitag in Mainz die totale Geschlossenheit" zu zeigen. "Es zählt jede Minute", betonte der neue VfL-Coach.


Von der Mannschaft will er sich gemeinsam mit seinem langjährigen Assistenten Eddy Sözer bis dahin schnell ein Bild machen. Neben zwei nicht-öffentlichen Trainingseinheiten am Mittwoch will er die Stunden bis zum Mainz-Spiel auch nutzen, um "Gespräche zu führen und gemeinsam zu frühstücken. Ich bin ein Freund davon, die Zeit gemeinsam zu verbringen", so Labbadia.

Dann wolle sich der erfahrene Übungsleiter auf sein Gefühl verlassen, um bei der "relativ jungen Mannschaft mit vielen guten Fußballern" die Stärken hervorzuheben. Wichtig sei aber vor allem ein geschlossenes Auftreten, "sowohl defensiv als auch offensiv", erklärte der 52-Jährige.

Mit Ex-Trainer Martin Schmidt will er sich deshalb aber vorerst nicht austauschen. Das mache "kurzfristig jetzt keinen Sinn", befand er. Weit in die Zukunft will Labbadia ohnehin noch nicht denken. "Die Zukunft sind für mich die nächsten elf Spiele. Mit der kommenden Saison beschäftige ich mich überhaupt nicht", machte er klar. Der Klassenerhalt steht in Wolfsburg derzeit über allem.