Matthias Sammer holte gleich in seinem ersten Jahr bei den Bayern das Triple an die Säbener Straße. Bis Juli 2016 war der 50-Jährige Sport-Vorstand beim Rekordmeister. "Sehr zehrend" sei die Aufgabe zwischen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge gewesen. Den Abgang von Toni Kross bereut er in seiner vierjährigen Amtszeit am meisten.


Vier Jahre war ​Matthias Sammer Sport-Vorstand beim FC Bayern München. Bis zu seinem Rücktritt im Juli 2016 bestimmte er zwischen Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die sportlichen Geschicke beim Rekordmeister. "Die Aufgabe in München war schon sehr zehrend. Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin total dankbar, beim FC Bayern gewesen zu sein. Doch es ist nicht ganz einfach, seine Rolle in diesem Klub zu finden. Gerade, wenn man wie ich nicht zuvor als Spieler in diesem Verein aktiv war", sagte Sammer in einem Interview mit der Sportbild. "Zwischen Führungspersonen wie Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge zu agieren ist schon eine Herausforderung“, so der 50-Jährige weiter.

Geführt wurde das etwas andere Interview von Weltmeister Toni Kross, der Sammer von Madrid aus seine Fragen stellte. Eben jener Kross, den Sammer als seinen größten Fehler beim FC Bayern bezeichnet. "Ich kann heute in meiner Rolle sagen: Es war ein Fehler, Toni gehen zu lassen“, bestätigte er. "Es gibt manchmal Situationen, die man im Nachhinein ehrlich analysieren muss. Wer hat im Leben schon alles richtig gemacht? Vielleicht hätte Bayern München mit Toni öfter die Champions League gewonnen oder zumindest das Finale erreicht", führte Sammer weiter aus.


Im Sommer 2014 musste der FC Bayern mit Sammer als Sport-Vorstand den Weltmeister für schlappe 25 Millionen Euro nach Madrid zu den Königlichen ziehen. Sammer habe Kross, der seit der U19 für die Bayern spielte, zwar versucht zu halten, am Ende entschied sich der 28-Jährige aber für den Wechsel nach Spanien. "Ich saß damals auf Tonis Couch und habe versucht, ihn umzustimmen. Ich konnte Toni über eine lange Zeit begleiten, kenne ihn, seit er 16, 17 war", erzählte Sammer. 


Für den FC Bayern sei sein Abgang "sehr schlecht" gewesen, hätte den Verein aber auch "nicht erschüttert". Für Kross selbst sei es dagegen hinsichtlich seiner persönlichen Entwicklung und Wertschätzung ​"sicher goldrichtig" gewesen, zu Real zu gehen.


Rummenigge glaubte Kroos sei kein Weltklasse-Spieler


Knackpunkt für den Wechsel von Kroos war damals wohl das finanzielle Angebot der Münchener, verbunden mit einer Aussage von Rummenigge. Das deutete zumindest Stefan Reinartz an, der zusammen mit Kross in Leverkusen spielte und mit dem Nationalspieler befreundet ist.

"Karl-Heinz Rummenigge sagte Toni: 'Wir werden dir nicht mehr als zehn Millionen Euro im Jahr zahlen, weil du kein Weltklasse-Spieler bist.‘ Wenn man Toni kennt, weiß man, dass es nicht ums Geld geht. Er braucht das Vertrauen von den Leuten. Er wusste, dass er ein sehr guter Spieler ist, ein Weltklasse-Spieler. Das war der Bruchpunkt“, erklärte der Kroos-Kumpel im vergangenen September gegenüber ​Bleacher Report.