In der hochkarätigen Partie zwischen dem FC Chelsea und dem FC Barcelona war es vor allem auf taktischer Ebene ein interessantes Duell. Die Mannschaft von Antonio Conte stand defensiv sicher und hatte einige gute Chancen, versäumte es jedoch, nach der Führung durch Willian den Sieg über die Zeit zu retten. Das 1:1-Unentschieden scheint aus Sicht der 'Blues' zu wenig, die in der nächsten Begegnung gegen Barcelona nachlegen müssen.

​Antonio Conte setzte auf sein bewährtes 3-4-3 System mit Azpilicueta, Christensen und Rüdiger in der Abwehrkette. Im Mittelfeld starteten Moses und Marcos Alonso sowie Cesc Fabregas und Kanté in der Zentrale. im Angriff fanden Willian, Pedro und Hazard in der Spitze wieder. Morata und Giroud waren zunächst einmal außen vor.

Der FC Barcelona startete hingegen in einem 4-1-3-2 mit Alba, Umtiti, Pique und Sergi Roberto in der Viererkette. Vor Sergio Busquets, der das Bindeglied zwischen Abwehr und Mittelfeld darstellte, liefen Iniesta, Paulinho und Rakitic hinter Messi und Suarez auf. Ousmane Dembelé startete auf der Bank.

Barcelona mit viel Ballbesitz und wenig Ideen - Chelsea offensiv gefährlicher

Die Gäste aus Barcelona ließen schon zu Beginn den Ball gewohnt sicher durch die eigenen Reihen laufen, luden den FC Chelsea jedoch immer wieder zu einigen Möglichkeiten ein, weshalb Hazard bereits nach wenigen Metern mit einem Schuss aus gut 18 Metern scheiterte, ehe Rüdiger nach einem Eckball neben das Tor köpfte (5., 9.). Danach zogen sich die 'Blues' zurück und formierten sich phasenweise in ein 5-4-1, während 'Barca' zunehmend an Ballbesitz gewann und sich damit schwer tat, einen Weg durch die Abwehrreihe der Hausherren zu finden.

So war es wenig verwunderlich, dass die Mannschaft von Ernesto Valverde nach gut 20 Minuten 75 Prozent Ballbesitz hatte. Kapital konnten sie daraus jedoch nicht schlagen, da sich Messi immer wieder zurückfallen ließ und dessen Sturmpartner Suarez weitestgehend isoliert wurde. In der 16. Minute hatte Paulinho die erste und einzige Gelegenheit für die Katalanen während des ersten Durchganges, doch der Kopfball des Brasilianers stellte keine Gefahr für Thibaut Courtois dar.

FBL-EUR-C1-CHELSEA-BARCELONA

           Durch den hohen Aufwand in der Defensive machten es die Hausherren dem                                                              FC Barcelona schwer

In der Folge blieb das Spiel wenig spannend, da sich Chelsea extrem weit zurückzog und in die wenigen Umschaltsituationen, die sich boten, kaum nutzte. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit wurde es gefährlicher, wieder waren die 'Blues' am Zug: Zunächst parierte Ter Stegen einen Freistoß von Marcos Alonso, ehe Willian die erste Großchance hatte. Der Brasilianer spielte einen ansehnlichen Außenristpass auf Hazard, der den Ball wiederum zurückspielte. Willian zog von der linken Seite ins Zentrum und wuchtete das Spielgerät aus gut 17 Metern an den Pfosten (31., 33.). Kurz darauf hatte erneut Hazard eine Gelegenheit, der mit seiner Direktabnahme Nahe des Strafraumes jedoch über das Ziel hinausschoss (42.).

Willian bringt Chelsea in Front - Individueller Fehler bringt 'Barca' zurück

In der zweiten Halbzeit kam Barcelona mit mehr Druck aus der Kabine. Der spanische Tabellenführer riss das Leder an sich und machte es den Hausherren zunehmend schwerer, sich Luft zu verschaffen. Folgerichtig gehörte auch den Gästen die erste Chance nach Wiederbeginn: Suarez bekam im Strafraum Platz und zog aus spitzem Winkel ab, doch Courtois war zur Stelle (54.). Dennoch fehlte den Katalanen die gewohnte Präzision, weshalb der letzte Ball immer wieder an falscher Stelle landete.

Von Chelsea war bisweilen noch nichts zu sehen, Umschaltsituationen waren in den ersten Minuten nicht vorhanden. Doch in der 61. Minute kamen die 'Blues' mal wieder nach vorne - und gingen prompt in Führung! Chelsea führte einen Eckball kurz aus: Hazard servierte den Ball für Willian, der an der Strafraumgrenze zu viel Platz hatte. Der 29-Jährige legte sich das Leder auf den rechten Fuß und ließ Ter Stegen mit seinem vierten Versuch keine Chance - 1:0 für Chelsea (62.).

Chelsea FC v FC Barcelona - UEFA Champions League Round of 16: First Leg

​           Mit der ersten Chance der zweiten Halbzeit feierten die 'Blues' die 1:0-Führung 

'Barca' war prompt um eine Antwort bemüht, Valverde brachte unter anderem Aleix Vidal für Paulinho. Doch die Abwehr der Engländer hielt weiterhin dicht, besonders im Strafraum wurde der ballführende Spieler von mehreren Mann umzingelt. Demzufolge fehlte es immer wieder an der zwingenden Idee, um gefährlich zu werden. Während Chelsea immer tiefer stand und weiterhin durch eine Zweikampfquote von 53 Prozent bestach, boten sich immer mehr Räume für Konter. Allerdings versäumten es die Hausherren, weitere Chancen zu kreieren.

Stattdessen lud Christensen Iniesta mit einem fatalen Fehlpass ein, der sich die Chance nicht nehmen ließ: Der Kapitän legte den Ball von der linken Strafraumhälfte zurück ins Zentrum zu Messi, der völlig frei zum Abschluss kam und Courtois mit seinem Schuss ins linke Eck keine Chance ließ - 1:1! Für 'La Pulga' war es das erste Tor überhaupt gegen die Londoner. In den Jahren zuvor blieb ihm dieses Erfolgserlebnis verwehrt.

FBL-EUR-C1-CHELSEA-BARCELONA

   Iniesta und Messi (v.l.) bestraften Chelsea eiskalt und sorgten für das wichtige                                                                                 Auswärtstor

​Danach wurde das Spiel hitziger und immer wieder von Fouls unterbrochen. Statt Chancen standen nun harte Zweikämpfe auf dem Programm, da Chelsea sich primär darum bemühte, das Unentschieden zu halten. 'Barca' hingegen ging auf den Sieg, was durchaus Risiko für gefährliche Konter bot. Doch aufgrund der ruppigen Gangart (vier Gelbe Karten in der Schlussviertelstunde) boten sich für keine der beiden Mannschaften weitere, zwingende Chancen. 

​Durch das 1:1 verschafft sich der FC Barcelona eine gute Ausgangslage für das Rückspiel im Camp Nou (14. März). Angesichts des Spielverlaufs und der gut organisierten Defensive des FC Chelsea dürften Valverde & Co. zufrieden damit sein, dass das Spiel nicht verloren ging. Seitens der Gastgeber dürfte man sich jedoch ob des unnötigen Gegentores ärgern, da man ansonsten wenig bis gar nichts zuließ und über 90 Minuten betrachtet die zwingenderen Chancen hatte. Durch den Ausgleich hat man es versäumt, sich ein sehr gutes Polster für das Rückspiel zu verschaffen, in dem man auf jeden Fall ein Auswärtstor benötigen wird.