Eintracht-Kapitän David Abraham feierte ein überragendes Comeback. Beim 2:1-Sieg im Montagsspiel gegen RB Leipzig führt er die Eintracht als Kapitän zum Sieg - und lässt die Fans von der Champions League träumen. Ob das auch Argentiniens Nationalcoach Jorge Sampaoli registriert? Weitere Leistungen wie gegen RB und Abraham sollte mit seiner Sommer-Urlaubsplanung noch warten.


David Abraham ist zurück. Über zwei Monate musste der Routinier zuschauen, nachdem er Mitte Dezember gegen den HSV einen Schlag auf die Wade abbekommen hatte. In der Folge bildete sich ein Knochenödem, das Eintrachts Ersatzkapitän zum Zuschauen zwang. ​Im ersten regulären ​Montagsspiel der Bundesliga-Geschichte feierte der 31-Jährige nun sein Comeback beim ​2:1-Sieg gegen Vizemeister RB Leipzig.

Der Argentinier spielte im Zentrum der Dreierkette, als sei er nie weggewesen. Abraham war überall dort zu finden, wo es brenzlich wurde, klärte siebenmal und gewann insgesamt 64 Prozent seiner Zweikämpfe. Mit seinem Kopfball nach einem Eckball von Marius Wolf legte er den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich von Timothy Chandler auf. 83 Prozent angekommene Pässe rundeten seine überragende Leistung ab.

Die Eintracht kletterte nach dem fünften Heimsieg der Saison auf den dritten Platz. Mit David Abraham kam nun ein weiterer Trumpf zurück, der die Eintracht-Anhänger offen von der Champions League träumen lässt. "Es war eine gute Rückkehr für mich. Die drei Punkte sind verdient", freute sich der Argentinier, der auch den italienischen Pass besitzt, nach dem Sieg. 

Das Wort "Königsklasse" nahm Abraham nicht in den Mund, die Freude über seine Rückkehr war ihm allerdings deutlich anzumerken. "Wir schauen weiterhin von Spiel zu Spiel und konzentrieren uns jetzt schon auf Stuttgart. Wir kommen nicht von unserem Weg ab. Ich bin sehr stolz, Kapitän einer solchen Mannschaft, eines solchen Traditionsvereins zu sein“, so der 31-Jährige.


Eintracht in die Champions League - und Abraham nach Russland?


Wer weiß, spielt die Eintracht in dieser Form weiter, erscheint die ganz große Überraschung am Ende durchaus möglich. Es wäre die erste Teilnahme an der Champions League bzw. dem Europapokal der Landesmeister seit 1959/60. Sollte das gelingen, könnte sogar noch ein ganz anderer Traum wahr werden: David Abraham fährt nach Russland.


Mit Leistungen wie gegen Leipzig zeigt der Routinier, dass er der argentinischen Nationalmannschaft durchaus weiterhelfen könnte. In der Innenverteidigung sind dort Nicolas Otamendi von Manchester City und Javier Mascherano, der kürzlich von Barça nach China wechselte, die prominentesten Namen. Dem Team von Nationaltrainer Jorge Sampaoli dürfte Abraham gut zu Gesicht stehen.

David Abraham (D) de la seleccion de Arg

Der junge David Abraham (r.) 2005 bei der U20-Südamerikameisterschaften im Duell mit dem Uruguayer Cristian Rodriguez.



Der 31-Jährige besitzt mit 1,88 Meter Gardemaß und ist dabei auch noch pfeilschnell. Seit seinem Wechsel von Hoffenheim nach Frankfurt entwickelte er sich bei der Eintracht zu einem der konstantesten Innenverteidiger der Liga. Allerdings lief Abraham in seiner bisherigen Karriere noch nie für die Albiceleste auf. Zum letzten Mal hörte er die Nationalhymne auf dem Platz im Trikot der U20-Auswahl. Mit der wurde Abraham 2005 in den Niederlanden U20-Weltmeister, kam während des Turniers aber zu keinem Einsatz.