In der Hauptstadt herrscht nach der Pleite gegen Mainz Tristesse. Die Hertha steckt endgültig im grauen Mittelmaß der Liga fest. Pal Dardai sprach nach dem Spiel am Freitag vom "schlechtesten Heimspiel" seiner Amtszeit. Spielmacher Ondrej Duda fehlte dabei im Aufgebot. Die Zweifel an der körperlichen Bundesligatauglichkeit des Hochveranlagten wachsen.


Schaut man auf die Tabelle, sind die Zahlen von Hertha BSC bezeichnend: Nach 23 Spieltagen hat die Mannschaft von Pal Dardai 30 Punkte auf dem Konto und dabei jeweils 30 eigene Treffer erzielt und 30 Gegentore kassiert. Die Berliner sind auf Rang zehn absolutes Bundesliga-Mittelmaß - ​das neue, bescheidene Ziel in der Hauptstadt heißt 40 Punkte und keine Abstiegssorgen.


Grund für die Mittelmäßigkeit ist vor allem die Inkonstanz des durchaus talentierten Teams. ​Valentino Lazaro brachte es nach der ​enttäuschenden 0:2-Niederlage auf den Punkt: "Mit einem Sieg wären wir auf den siebten Platz vorgerückt. Durch die Niederlage stehen wir nun gegen Bayern und Schalke unter Druck und müssen hoffen, dass wir in den beiden Partien punkten können", so der Österreicher.


Hertha-Trainer Pal Dardai zeigte sich nach der Pleite desillusioniert: "Das war das schlechteste Heimspiel, seit ich hier bin." Drei Jahre ist der Ungar mittlerweile Cheftrainer - und hat die Messlatte mit den Rängen sieben und sechs aus den Vorjahren selbst höher gelegt. Derzeit kann sein Team diesen aber nicht gerecht werden.

"Darüber müssen wir reden. Nach drei Jahren sind wir an einem Punkt angelangt, wo ich einige Sachen in Einzelgesprächen klären muss“, so Dardai gegenüber der ​Berliner Zeitung. Der Hertha mangelt es vor allem an Kreativität im Spiel nach vorne. "Dieser Spielertyp fehlt, der nur mit einer Finte ein Tor macht“, meinte auch Dardai. 


Mit dem Slowaken Ondrej Duda hätte er eigentlich genau solch einen Spielertypen in seinen Reihen. Doch der 23-Jährige fehlte am Freitagabend im Aufgebot der Hertha. Nach zwei Startelfeinsätzen mit Licht und Schatten gegen den BVB und in Bremen, fehlte Duda zuletzt zwei Partien wegen Wadenproblemen. "Ondrej ist technisch unser bester Spieler. Er hat die Qualität, um uns zu helfen", ist der Hertha-Coach weiter von seinem "Königstransfer" aus dem Sommer 2016 überzeugt.

Allerdings warfen Duda seither immer wieder Verletzungen und kleinere Blessuren zurück. "Wir tun alles dafür, dass er fit wird, Aber wenn wir es nicht schaffen, müssen wir uns irgendwann Gedanken machen", äußerte Dardai gegenüber dem kicker größer werdende Zweifel ob der körperlichen Bundesligatauglichkeit seines Spielmachers.