Der Streit zwischen Julian Nagelsmann und dem verletzten Linienrichter Robert Schröder war das bestimmende Thema nach Hoffenheims 1:2-Pleite auf Schalke. Nagelsmann fühlte sich vom Assistenten beleidigt. Aus TV-Bildern soll nun hervorgegangen sein, was Schröder zum TSG-Trainer gesagt hatte. Der gab sich am Tag nach der Partie versöhnlich.


​Nach der dritten Niederlage aus den vergangenen fünf Partien ist 1899 Hoffenheim auf den neunten Tabellenplatz abgerutscht. Statt mit dem FC Schalke gleichzuziehen verlor das Team von Julian Nagelsmann im Samstagabend-Topspiel in der Veltins-Arena mit 2:1 und droht den Anschluss an die Europapokalränge zu verlieren.


Die Kraichgauer hatten die Anfangsphase auf Schalke komplett verschlafen und stemmten sich erst im zweiten Durchgang gegen die drohende Niederlage. Nach dem Anschlusstreffer war Hoffenheim in der siebenminütigen Nachspielzeit dicht am Ausgleich dran - am Ende reichte es aber nicht mehr für etwas Zählbares.


Nagelsmann zeigte sich dabei schon in während der Partie emotional - die Aufregung wollte beim 31-Jährigen dann auch nach dem Schlusspfiff nicht abklingen. Neben dem Frust über die Niederlage echauffierte sich der Hoffenheim-Coach über eine Szene kurz nach dem Seitenwechsel, die auch die lange Nachspielzeit erklärte.

Linienrichter muss verletzt ins Krankenhaus - Nagelsmann fühlte sich beleidigt


Als Schalkes Leon Goretzka TSG-Verteidiger Pavel Kaderabek foulte, wollte Schiedsrichter-Assistent Robert Schröder das Vergehen anzeigen und war dabei unglücklich umgeknickt. ​Schröder musste mit Verdacht auf Bänderiss im Knöchel ins Krankenhaus. Für ihn sprang der vierte Offizielle Guido Kleve ein. Während Hauptschiedsrichter Benjamin Brand seinem verletzten Assistenten helfen wollte, fragte Nagelsmann ungeduldig "was ist jetzt mit dem Freistoß", wie aus TV-Bildern hervorgehen soll.


"Das erkläre ich doch gerade dem Schiedsrichter. Oder haben Sie einen Dachschaden?", soll der verletzte Linienrichter geantwortet haben. Nagelsmann hatte sich im Zuge der Emotionen des Spieles davon offenbar so beleidigt gefühlt, dass er auch nach dem Schlusspfiff noch Klärungsbedarf sah. "Ich lasse mich nicht so gerne beleidigen, das habe ich ihnen so verklickert", so Nagelsmann auf der Pressekonferenz. Was genau der Linienrichter zu ihm gesagt habe, wollte er dabei nicht verraten. "Fragen Sie die Schiedsrichter, oder besser den Assistenten! Vielleicht sagt der was dazu, wahrscheinlich aber nicht", motzte der TSG-Coach.


Am Tag danach war der Ärger dann allerdings schnell verflogen. "Eine so emotionale Schlussphase mit sieben Minuten Nachspielzeit schüttelt man nach dem Schlusspfiff nicht einfach so ab. Die Atmosphäre war ja schon während der Partie etwas hitzig, davon kann man sich nicht frei machen. Das ging mir offenbar nicht anders als dem Linienrichter", erklärte er in einem Interview mit der Vereinshomepage.

"Am Morgen danach, mit Abstand und Ruhe, ist die Aufregung verflogen und das Thema für mich erledigt", meinte Nagelsmann weiter. An der Seitenlinie würden immer wieder unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen. "Ich wünsche Robert Schröder jetzt vor allem gute und schnelle Genesung. Auf dass er bald wieder an der Seitenlinie stehen kann", schloss er mit dem Thema ab.