Schon seit Leverkusener Jugendtagen träumt Leipzigs Kevin Kampl von dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Der Titel liege angesichts der Bayern-Dominanz aber noch in weiter Ferne. Bis dahin will er seinen jungen Kollegen mit all seiner Erfahrung weiterhelfen - dabei sieht sich der Slowene selbst noch als "junger Hüpfer".


20 Milliionen Euro - soviel bezahlte RB Leipzig am letzten Tag der Sommer-Transferperiode 2017 für Kevin Kampl. Der Neuzugang von Bayer Leverkusen ist damit nach Naby Keïta der bislang zweitteuerste Transfer des Vizemeisters. "Ich sage mit meinem Ehrgeiz und meinem Anspruch: Kevin, du willst diesem Geld auch gerecht werden. Du willst den Leuten zeigen, dass du das Geld auch wert bist“, so der in Solingen geborene slowenische Nationalspieler im Interview mit dem kicker.

Die Erwartungen kann Kampl immer besser erfüllen. Mit 27 Jahren ist er einer der ältesten Spieler im Leipziger Kader. Gerade in der ​ersten internationalen Saison des Vereins und der meisten Kollegen ist Kampls Erfahrung aus Leverkusen und Dortmund Gold wert. "Ich habe mit meinen 27 Jahren ein bisschen mehr Erfahrung als die meisten anderen und schon einige Champions-League-Spiele absolviert", meint Kampl dazu. Seine besten Tage als Fußballer sieht er aber noch vor sich liegen, schließlich fühle er sich selbst noch wie ein "junger Hüpfer".


13 seiner 20 Spiele in der Königsklasse bestritt er in Leverkusen - nur eines für den BVB. Während seines kurzen Gastspiels in Dortmund von Januar bis August 2015 lief es für Kampl nicht besonders gut. Dennoch habe ihn diese Erfahrung "auch reifer und mental besser gemacht", betont er.


Führungsspieler in Leipzig


Im jungen Kader von RB eine gern gesehene Qualität. Dort gehört der flexibel einsetzbare Mittelfeldspieler mittlerweile zur absoluten Führungskraft. Für Ralph Hasenhüttl, unter dem Kampl schon zu Beginn seiner Karriere bei VfR Aalen spielte, ist er aus der Startelf nicht mehr wegzudenken. In den 14 Pflichtspielen seit Mitte November lief der Slowene immer von Beginn an auf und wurde dabei nur zweimal ausgewechselt. 


Borussia Dortmund v RB Leipzig - Bundesliga

Ein Grund, warum sich Kampl in Leipzig "extrem wohl" fühlt. Im vergangenen Sommer hat er bei RB einen langfristigen Vertrag bis 2021 unterschrieben. Bis dahin will er aber noch gar nicht denken. "Als Fußballer kannst du dich nicht auf lange Zeiträume festlegen, weil du nie weißt, was nächstes Jahr ist. Wenn du Erfolg hast und super spielst, ist alles gut. Aber wenn Schwierigkeiten aufkommen, kann das auch schnell wieder vorbei sein“, befindet er. 


Träumen ist dennoch erlaubt. Und so hat Kampl den Meistertitel immer im Hinterkopf. "Ich hoffe, dass es irgendwann mal dazu kommt. Ich war Balljunge im Leverkusener Stadion zu der Zeit, in der Bayer 04 immer wieder Zweiter wurde. Schon da habe ich mir vorgestellt, wie schön es wäre, mal Meister zu werden", verrät Kampl. Der Slowene kehrt aber schnell wieder in die Realität zurück: "Im Moment sind die Bayern eine Klasse für sich, denen kann in der Bundesliga momentan keiner das Wasser reichen.“​ So bleibt der Titel mit den Bullen noch ein "Traum", der in "weiter Ferne" liegt.