​Beim 1:0-Auswärtssieg gegen den FC Augsburg überraschte VfB-Trainer Tayfun Korkut mit Holger Badstuber im ​defensiven Mittelfeld. Durch die Versetzung des einstigen Abwehrchefs kristallisiert sich unter dem neuen Trainer das neue Innenverteidigerduo aus Timo Baumgartl und Benjamin Pavard heraus. Beide Jungspunde sind derzeit in bestechender Form.


Seit dem Wechsel auf der Trainerposition bei den Schwaben setzt der VfB auf ein klassisches 4-4-2-System. Unter Ex-Trainer Hannes Wolf musste ​Benjamin Pavard noch häufig auf der rechten Außenverteidigerposition aushelfen. Dabei konnte der Franzose seine Qualitäten nur zum Teil ausspielen. Unter Tayfun Korkut ist der 21-Jährige in der Zentrale der Schwaben gesetzt. 

Dabei kann der zweifache französische Nationalspieler das Spiel der Stuttgarter durch seine hohe Ballsicherheit in die Wege leiten. Neben seiner ausgezeichneten Technik und seinem starken Stellungsspiel kommt dem Rechtsfuß aber auch seine kompromisslose Zweikampfführung zugute und so war der Abwehrspieler auch gegen die Fuggerstädter einer der stärksten Spieler des Aufsteigers.


Neben Pavard ist auch Timo Baumgartl, trotz seines jugendlichen Alters, eine wichtige Säule bei den Schwaben. Der 21-Jährige musste in dieser Bundesligasaison lediglich am 1. Spieltag aufgrund einer Gehirnerschütterung passen und kam seitdem stets über die komplette Spieldauer zum Einsatz. Auch er profitierte dabei von der Umstellung auf eine Viererkette, da seine Stärken in der Zentrale besser zur Geltung kommen.


Der Deutsche ist bei Kopfballduellen eine echte Bank und verfügt, wie auch seinen Partner in der Innenverteidigung, über ein feines Füßchen im Spielaufbau. Der Youngster kommt mit der Verantwortung in der Innenverteidigung prima klar und traut sich auch schwierige Bälle zu. Mit einer Zweikampfquote von 63,9 Prozent haben nur zwölf Spieler in der ganzen Liga bessere Werte vorzuweisen.

Bei Holger Badstuber war früher stets davon die Rede, dass er der klare Abwehrchef des VfB sei. In der neuen Konstellation teilen sich die beiden Innenverteidiger diese Rolle und bringen beide ihre Qualitäten gewinnbringend für die Mannschaft ein. Der demokratische Ansatz der beiden scheint zu funktionieren. Die Abstimmung zwischen dem Franzosen und Baumgartl ist exzellent und so mussten die Stuttgarter unter ihrem neuen Trainer nur einen Gegentreffer in drei Partien hinnehmen.


Holger Badstuber bleibt mit seiner Erfahrung dennoch wichtig für den VfB und machte beim Spiel gegen die Fuggerstädter auf der Sechs eine gute Figur. Mitte der zweiten Hälfte stellten die Schwaben auf eine Fünferkette um und funktionierten auch mit dem ehemaligen deutschen Nationalspieler in der Zentrale ausgezeichnet. Dadurch wurde eine weitere Qualität des Aufsteigers unterstrichen: Die hohe Flexibilität und Anpassungsgabe der Defensivreihe.