Die Enttäuschung war Manuel Baum anzumerken. Augsburgs Trainer meinte nach der 0:1-Pleite gegen den VfB Stuttgart, sein Team habe das Spiel selbst vergeigt. Zuvor hatten den 38-Jährigen das Verhalten des Gegners und die Entscheidungen von Schiedsrichter Stieler auf die Palme gebracht.


Mit der zweiten Niederlage in Folge hat es der FC Augsburg verpasst, wieder näher an die internationalen Plätze heranzurücken. ​Gegen Aufsteiger VfB Stuttgart verlor der Tabellenachte letztlich verdient mit 0:1. Für die Schwaben war es der erste Auswärtssieg der Saison und ein wichtiger Schritt zum Klassenerhalt. 


Der neue VfB-Trainer Tayfun Korukut hat mit sieben Punkten aus seinen ersten drei Partien an der Seitenlinie der Stuttgarter einen Traumstart hingelegt. Für Augsburg-Coach Manuel Baum war der Sonntagnachmittag dagegen deutlich unangenehmer. Der 38-Jährige wurde von Schiedsrichter Tobias Stieler gut 15 Minuten vor Schluss auf die Tribüne geschickt. Zuvor hatte sich Baum mehrfach über Freistoß-Pfiffe gegen sein Team aufgeregt und sich nach einer Gelben Karte gegen seinen Kapitän Daniel Baier lauthals beschwert.

FC Augsburg v VfB Stuttgart - Bundesliga

74. Minute: Tobias Stieler (r.) schickt den entgeisterten Manuel Baum auf die Tribüne.



Der Frust war Baum auch noch nach der Partie anzumerken. "Wer Mario Gomez und Ascacíbar kennt - die Fallen beim kleinsten Windhauch um. Das hat mich heute total geärgert. Und ich war einfach mit der Leistung nicht zufrieden", so Augsburgs Trainer am Sky-Mikrofon. Seinen Verweis durch Stieler konnte er auch nach dem Schlusspfiff überhaupt nicht nachvollziehen. "Den Grund, warum ich auf die Tribüne gekommen bin, verstehe ich überhaupt nicht. Ich habe mich ganz normal mit dem vierten Offiziellen unterhalten. Auf einmal kommt der Schiri und schickt mich runter. Er hat da seine eigene Wahrheit wahrscheinlich", kommentierte Baum, der mit seiner Vermutung richtig lag.

Denn Tobias Stieler hatte naturgemäß eine völlig andere Sichtweise auf das Geschehene. "Ich hatte ihn zwei Minuten zuvor ermahnt, und er reklamiert wieder", erklärte der Referee. Dabei seien "Worte gefallen, die nicht akzeptabel sind", so der 36-Jährige weiter, der öffentlich darauf aber nicht näher eingehen wollte. Baums Äußerungen seien aber im Spielbericht vermerkt.


Augsburgs Manager Stefan Reuter schlug sich dagegen auf die Seite seines Trainers. "Ich finde seine Aussage inakzeptabel", sagte der Weltmeister von 1990 über die Darstellung von Stieler. Reuter hatte alles von der Bank aus mitverfolgen können. 


Frust über eigene Leistung


Bei den Augsburger Verantwortlichen dürfte dabei auch viel Frust über die dritte Heimniederlage der Saison mitgeschwungen sein. Gegen eigentlich extrem auswärtsschwache Stuttgarter hatte sich der FCA erhofft, mit einem Sieg bis auf zwei Punkte auf Platz sechs heranrücken zu können. Am Ende setzte es eine Pleite, die sogar noch höher ausfallen hätte können. "Stuttgart hat den Kampf angenommen, war einen Tick aggressiver in den Zweikämpfen als wir und ist daher der verdiente Sieger. Sie waren besser in den Zweikämpfen und hatten auch die besseren Chancen“, kon­s­ta­tie­rte Kapitän Baier nach der Partie.

Das sah sein Trainer ähnlich: "Stuttgart war gefühlt griffiger, war auch bei den zweiten Bällen immer einen Tick schneller", so Baum. Die Niederlage müsse sich sein Team dennoch selbst zuschreiben. "Wir haben viel zu viele Abspielfehler gemacht und kaum ein Gefühl von Torgefahr entwickelt. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, denn das Spiel haben wir selbst vergeigt“, meinte er enttäuscht. Und auch für Augsburgs Keeper Marwin Hitz "lag es nicht am Gegner, sondern einzig an uns. Wir haben sehr viele Fehlpässe gespielt und müssen uns an die eigene Nase fassen. Es ist uns nicht gelungen, unseren Ballbesitz besser auszuspielen", befand der Schweizer.