​Am Sonntagnachmittag konnte der VfB Stuttgart in Augsburg ​den ersten Auswärtsdreier der Saison bejubeln. Ein Erfolg für den Erfolg der Stuttgarter war dabei Holger Badstuber, der von seinem Trainer überraschend im defensiven Mittelfeld aufgeboten wurde.


Als der VfB knapp eine Stunde vor der Partie gegen die Fuggerstädter die Startelf veröffentlichte, begann bei den Sportberichterstattern und den Anhängern das große Rätselraten. Nur die wenigsten kamen dabei zu der Erkenntnis, dass ​Tayfun Korkut seinen vermeintlichen Abwehrchef tatsächlich in einem klassischen 4-4-2-System auf der Doppelsechs auflaufen ließ.


Doch so war es. Das zuletzt erfolgreiche Innenverteidiger-Duo aus Benjamin Pavard und Timo Baumgartl erhielt erneut das Vertrauen und um der Mannschaft mit dem roten Brustring noch mehr Stabilität zu verleihen, entschied sich der Cheftrainer dafür, den ehemaligen deutschen Nationalspieler im defensiven Mittelfeld neben Santiago Ascacibar aufzustellen. Dennis Aogo musste dafür auf die Ersatzbank weichen.

Der taktische Kniff des 43-Jährigen zahlte sich aus und Badstuber machte auch in der ungewohnten Rolle eine gute Figur. Gemeinsam mit seinem argentinischen Partner gelang es dem 28-Jährigen mehrere Angriffe der Fuggerstädter bereits im Keim zu ersticken. Nach vorne konnte zwar auch der gebürtige Memminger nicht viele Akzente setzen, dennoch war er ein wichtiger Faktor für den Sieg im Schwaben-Derby.


Mitte der zweiten Hälfte stellte Korkut auf eine Fünferkette um und der designierte Abwehrchef rückte in die Zentrale des Aufsteigers zurück. Durch seine große Erfahrung und sein kompromissloses Zweikampfverhalten war er der Turm in der Schlacht um die wichtigen Punkte gegen den Abstieg.

Nach der Partie war der ehemalige Bayern-Spieler gegenüber den Stuttgarter Nachrichten sehr angetan von der kompakten Spielweise der Stuttgarter: "Defensiv sind wir sehr gut gestanden, Augsburg hatte quasi keine einzige echte Torchance. Das letzte Mal, dass ich auf der Sechs gespielt habe, war so vor zehn Jahren. Aber ich nehme jede Position an."


Nach dem gelungenen Experiment gegen den FCA dürfte der VfB Stuttgart auch am kommenden Wochenende beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt auf die gleiche Taktik zurückgreifen, um die Erfolgsserie unter Tayfun Korkut mit 7 Zählern aus drei Spielen fortzuführen.