​In Zeiten der Krise war Christian Pulisic der Fels in der Brandung und einziger BVB-Akteur, der sich gegen die sportliche Talfahrt stemmte. Seit es beim Revierklub sportlich aber wieder läuft, gönnt sich der US-Boy jedoch eine Auszeit. Der Youngster rennt seit Wochen seiner Form hinterher und wirkte zuletzt wie ausgewechselt.


Die Partie gegen den FC Bayern Anfang November war bezeichnend. Während sich die restlichen zehn BVB-Spieler bereits mit der 0:3-Niederlage abgefunden zu haben schienen, ackerte Christian Pulisic fleißig weiter, als gäbe es kein Morgen. In einer Truppe voller international erfahrener Top-Akteure ging ein 19-Jähriger voran und stemmte sich quasi im Alleingang gegen die Niederlage gegen den Rekordmeister. In einer Weltklasse-Solo-Aktion, in der Pulisic einfach mal Arjen Robben tunnelte, bereitete er den 1:3-Ehrentreffer durch Marc Bartra mustergültig vor. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass Christian Pulisic in Zeiten der Krise herausstach.



Unter Peter Stöger endete die sportliche Talfahrt der Borussia, die zum Jahresende zwei Siege einfahren konnte. Beim 2:1-Sieg über die TSG Hoffenheim war es Pulisic, der dem BVB mit seinem Last-Minute-Treffer weitere drei Punkte bescherte. Es sollte die bisher letzte auffällige Partie des besten US-amerikanischen Fußballers werden.



Seit dem Jahreswechsel wirkt der Offensivakteur ausgelaugt, überspielt und überfordert. Dem in Pennsylvania geborenen Supertalent mit kroatischen Wurzeln will einfach nichts mehr gelingen. In vier der ersten fünf Saisonspiele stand der 19-Jährige stets in der Startelf - und blieb blass. Der US-Boy brauchte dringend eine Pause, doch Marco Reus, Jadon Sancho, Maximilian Philipp und Andriy Yarmolenko sind oder waren allesamt verletzt. Den Luxus einer Pause konnte sich Pulisic nicht gönnen.



Gegen Borussia Mönchengladbach war es dann aber endlich so weit und der Rechtsaußen durfte zunächst auf der Bank Platz nehmen. Hat man Pulisic zuletzt beim BVB zu viel zugemutet? Die Schwarz-Gelben müssen aufpassen ihren Rohdiamanten nicht zu schnell zu verheizen. Mit seinen gerade mal 19 Jahren hat er zwar bewiesen, dass er durchaus Verantwortung übernehmen kann, allerdings ist er aber nun mal gerade erst 19 Jahre alt. 



Die aktuelle Formkrise mag man Christian Pulisic aufgrund seiner Jugend sicher verzeihen. Doch gerade bei großen Konkurrenz in der Offensive (Schürrle, Götze und Reus drehen derzeit auf) muss der Youngster aufpassen, dass er nicht den Anschluss verliert. Trainer Peter Stöger sollte seinen Diamanten noch ein paar Spiele schonen, danach wird Pulisic sicher wieder der Alte sein.