Im Derby della Mole konnte sich Juventus Turin gegen Torino FC durchsetzen und dadurch zumindest vorübergehend die Tabellenführung in der Serie A wieder an sich reißen. Einziger Wermutstropfen: Juve-Stürmer Gonzalo Higuain verletzte sich bereits kurz nach dem Anpfiff bei einem Zusammenstoß mit Heim-Keeper Salvatore Sirigu. Ausgerechnet der für den Argentinier eingewechselte Federico Bernardeschi legte das 1:0 für Alex Sandro auf.



FC Turin - Juventus Turin 0:1 (0:1)
Tore:
Alex Sandro (33.)



Aus den vergangenen 23 Derbys in der Serie A konnte Torino lediglich einen einzigen Sieg mitnehmen. Aus diesem Grund wollten die Hausherren in diesem Heimspiel unbedingt für die Überraschung sorgen. Die Vorzeichen standen gut, da I Granata seit dem Trainerwechsel von dem als emotional bekannten Sinisa Mihajlovic zum Perfektionisten Walter Mazzarri drei Siege und zwei Unentschieden verbuchen konnten.

Zudem war Gäste-Trainer Massimiliano Allegri gezwungen, die eine oder andere Umstellung vorzunehmen. So verzichtete er (auch aus Formgründen) auf Torwart-Oldie Gianluigi Buffon und vertraute auf Wojciech Szczęsny, der seine Sache übrigens gut machte. Vor allem im Sturm fehlte es Juve allerdings an Alternativen. Während Mario Mandzukic verletzt ausfiel, kehrte Paulo Dybala zwar in den Kader zurück - für einen Startelf-Einsatz reichte es nach Ansicht Allegris jedoch nicht.


Higuain probierte alles - musste aber früh verletzt vom Platz


Nach nur zwei Minuten wurden die Sorgenfalten im Gesicht des langjährigen Trainers der "Alten Dame" noch größer. Sturmspitze Gonzalo Higuain stieß im Strafraum (kein Elfmeter) unglücklich mit Torino-Torwart Salvatore Sirigu zusammen. Auch wenn der Argentinier scheinbar rechtzeitig hochspringen konnte, bekam er einen Schlag ab. Zwar versuchte es Higuain noch einmal, doch nach 17 Minuten war das Spiel für ihn beendet.

FBL-ITA-SERIEA-TORINO-JUVENTUS

Bereits in der Anfangsphase blieb Higuain verletzt am Boden liegen.


Viele rechneten mit der Einwechslung Dybalas, doch Allegri wollte zu seinem einem frühen Zeitpunkt noch kein Risiko eingehen und brachte Federico Bernardeschi. Ausgerechnet er war es dann, der in der 33. Minute nach einer schönen Einzelaktion auf der rechten Außenbahn in die Mitte passen konnte, wo Alex Sandro nur noch ins leere Tor einschieben musste.


Torino fehlten gegen Juve die spielerischen Mittel


Während Juve das Nötigste tat, um das Spiel siegreich zu gestalten, fehlte den Hausherren die spielerische Komponente. Bereits in der 8. Minute ließ Torino eine Zwei-gegen-Eins-Situation aufgrund eines schlampigen Abspiels von Joel Obi ungenutzt. Diese Szene war irgendwie sinnbildlich für die Leistung der Mazzarri-Elf an diesem Sonntagmittag. Das Bemühen war erkennbar, doch das Team fand einfach kein Mittel.


In der zweiten Halbzeit gelang es Juve geschickt, die knappe Führung zu verwalten. In Anbetracht des zurückliegenden Champions-League-Spiels gegen Tottenham Hotspur (2:2) unter der Woche wollte man Kräfte sparen. Es entwickelte sich ein Torchancen-armes Derby, von dem sich die Turiner Fußballfans mehr erhofft hatten. In der 65. Minute ermöglichte Allegri Dybala das Comeback, als ihn für den Ex-Bayern-Spieler Douglas Costa einwechselte.

Zwar gelang es Walter Mazzarri, die Unbeherrschtheiten von Torino zu minimieren, doch darunter litt offensichtlich auch die Leidenschaft und Risikobereitschaft. Juventus überholte mit diesem Dreier vorerst den SSC Neapel (zwei Punkte Vorsprung), der am Nachmittag (15 Uhr) gegen den abstiegsbedrohten Klub SPAL Ferrara jedoch nachlegen kann.