Mit großem Entsetzen haben Spieler und Verantwortliche des Hamburger SV auf das geschmacklose Plakat der eigenen Fans reagiert. "Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt", war darauf zu lesen. Die Erkenntnis aus der 1:2-Heimpleite gegen Bayer Leverkusen: Diese angedrohte Selbstzerfleischung ist nicht nur unmenschlich, sondern bringt letztlich überhaupt nichts.


Gegen die Werkself musste der HSV einen weiteren Tiefschlag hinnehmen. Neben der ​Niederlage gegen Leverkusen an sich hatten die Spieler über die gesamten 90 Minuten die unmögliche Drohung, die auf der Nordkurve aufgehangen worden war, direkt vor Augen. Zielführend war das nicht. Im Gegenteil, wie Trainer Bernd Hollerbach laut der ​MOPO erklärte.

"Es bringt nichts, sich zu zerfleischen. Wir müssen zusammenstehen. Alles andere ist unnötig. Die Fans haben einiges mitgemacht, ich verstehe das. Aber wenn wir jetzt aufeinander losgehen, dann haben wir keine Chance", so der neue Coach, unter dem der HSV weiterhin tief im Abstiegskampft steckt (Platz 17).


Bruchhagen und Hollerbach verurteilen das Hass-Plakat


Auch HSV-Boss Heribert Bruchhagen zeigte für diesen Banner kein Verständnis: "Dass man seiner Enttäuschung am Ende auf diese Art und Weise Luft macht, ist nicht sinnvoll und ist abzulehnen. Die Situation ist natürlich nach diesem Spieltag noch viel schwieriger geworden. Wir können aber nicht selbstzerstörerisch aufeinander zu gehen."

Mit dem Spruch "Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt" wollten einige Anhänger ihrer Sorge vor dem ersten Abstieg des Bundesliga-Dinos Ausdruck verleihen, fanden dafür aber die völlig falschen Worte. Allerdings sollte man sich dafür hüten, diese offene und unentschuldbare Drohung zu hoch zu hängen. Derartige Aktionen haben es nicht verdient, in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu gelangen.


Wie soll es für den HSV nun weitergehen?


Daher ist es aus Sicht der Hamburger Verantwortlichen viel wichtiger, wie es in den kommenden Spielen weitergehen soll. Die Hoffnung hat Sportchef Jens Todt jedenfalls noch nicht aufgegeben: "Wenn wir in den restlichen Spielen so auftreten wie in den letzten 20 Minuten, bin ich optimistisch." Heribert Bruchhagen sieht ebenfalls keine andere Alternative, als "an dem Restglauben festzuhalten".