Acht Minuten lang durfte sich der 1. FC Köln auf der Siegerstraße wähnen, ehe Hannover 96 noch vor dem Halbzeitpfiff zum 1:1 ausglich. In der Nachspielzeit wurde den Domstädtern obendrein auch noch ein Tor durch Claudio Pizarro aberkannt. Auch wenn die Entscheidung des Video-Assistenten richtig war: Für Köln-Keeper Timo Horn war der gesamte Spielverlauf sinnbildlich für diese Saison.


Vor dem Spiel hatte Effzeh-Trainer Stefan Ruthenbeck im Rahmen der Pressekonferenz ​vorgerechnet, wie der Abstieg des abgeschlagenen Tabellenletzten doch noch verhindert werden könnte. "17 Punkte brauchen wir also definitiv", war seine Schlussfolgerung. Um dieses Minimalziel zu erreichen sei ein Sieg im Heimspiel gegen Aufsteiger Hannover 96 Pflicht.

Inzwischen wissen wir: Daraus wurde schonmal nichts, da die Kölner über ein 1:1-Remis nicht hinauskamen. Auch wenn die Gäste größtenteils die spielbestimmende Mannschaft waren, lief es für das Kellerkind insgesamt unglücklich. Vor allem der (korrekterweise) aberkannte Siegtreffer durch Claudio Pizarro in der Nachspielzeit ärgerte die Spieler.

"Du sprintest über den ganzen Platz und denkst du hast in der letzten Sekunde das Siegtor gemacht. Und dann wird das Tor zurückgenommen", wird Timo Horn von GEISSBLOG.KOELN zitiert.


"Danach sind mir die Bälle um die Ohren geflogen"


Dem Torwart war die Verzweiflung deutlich anzumerken. Trotz der Führung durch Osako in der 29. Minute sprangen am Ende nicht die erhofften drei Punkte heraus - auch weil Hannovers Füllkrug schnell ausgleichen konnte. "Für die Fans und das ganze Umfeld ist das einfach eine brutal schwere Saison. Ich glaube bis zum 1:0 haben wir es ganz gut gemacht. Danach hat man aber schon die Verunsicherung gemerkt. Wir hatten plötzlich was zu verlieren. Danach sind mir die Bälle um die Ohren geflogen."

1. FC Koeln v Hannover 96 - Bundesliga

Zu früh gefreut: Schiri Markus Schmidt musste das Pizarro-Tor zurückpfeifen.


Aus Sicht des Keepers stand "das Spiel irgendwie sinnbildlich für die ganze Saison". Letztlich musste er sich eingestehen, dafür "keine Worte mehr" zu haben. Der Moment, als der Schiedsrichter den Siegtreffer zurücknahm, wird den Köln-Kickern offensichtlich noch länger im Gedächtnis bleiben.