Beim 2:1-Sieg des FC Schalke 04 über 1899 Hoffenheim gaben Fans, Trainer und angeblich auch die Schiedsrichter kein gutes Bild ab. Während Linienrichter Robert Schröder trotz einer unübersehbaren Verletzung von den Heim-Fans verhöhnt wurde, fühlte sich Gäste-Trainer Julian Nagelsmann von den Unparteiischen unfair behandelt. Dieses Chaos überschattete ein grundsätzlich hochinteressantes Bundesligaspiel.


Kurz nach dem Beginn der zweiten Halbzeit knickte Schiedsrichter-Assistent Robert Schröder an der Seitenlinie um. Mit sichtbar schmerzverzerrtem Gesicht musste er sich behandeln lassen. Letztlich konnte er jedoch nicht weitermachen, übergab seine Fahne an den Vierten Offiziellen Guido Kleve.

FC Schalke 04 v TSG 1899 Hoffenheim - Bundesliga

Julian Nagelsmann verging auf Schalke später das Lachen.


In dem Moment, als Schröder vom Platz humpelte, präsentierte sich ein Teil der Schalke-Fans laut eines ​RevierSport-Berichtes alles andere als von seiner besten Seite. Mit "Auf Wiedersehen", "Scheiß DFB" und noch schlimmeren Sprechchören wurde der verletzte Unparteiische in die Kabine begleitet. Es steht außer Frage: So etwas gehört sich nicht und ist weit von den Werten entfernt, die wir im Fußball sehen wollen - nämlich Menschlichkeit, Respekt und Fairness.


Das Netz verurteilt die Reaktionen der Schalke-Fans


Auch im Netz wurden die ungehörigen Rufe während dieser Szene hart kritisiert. "'Scheiß DFB' und 'Auf Wiedersehen' zu skandieren, wenn sich der Linienrichter verletzt, das ist ein Teil dieser infantilen Fußball-Folklore, die ich schlichtweg lächerlich finde", heißt es in einem Tweet.

Doch damit nicht genug der unschönen Szenen während des Spiels. Das Schiedsrichter-Gespann soll sich laut Gäste-Trainer Julian Nagelsmann ebenfalls nicht vorbildlich präsentiert haben. Im Sky-Interview bezichtigte der Hoffenheim-Coach das Team um den Unparteiischen Benjamin Brand der Beleidigung - ohne dabei Namen zu nennen.


Hat das Schiri-Gespann Nagelsmann beleidigt?


"Fragen Sie die Schiedsrichter, die werden es Ihnen wahrscheinlich nicht sagen. Ich habe ihnen in dieser Situation mitgeteilt, dass ich ein Mensch bin, der einen Umgangston hat, wo keine beleidigenden Worte drin sind. Das habe ich ihnen verklickert. Wenn Sie einer beleidigt, dann möchten Sie das auch nicht", so Nagelsmann. Zusammenfassend lässt sich in Bezug auf diese Nebenschauplätze nur der Beckenbauer-Satz "Geht's raus und spielt's Fußball" zitieren.